Offener Brief zum Gewerbegebiet am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter

Die Landkreise Wolfenbüttel und Helmstedt und die Städte Braunschweig und Wolfsburg planen ein fast 2 km² großes Auto- und Lkw-abhängiges Gewerbegebiet am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter. Das ist komplett gegen die Verkehrswende gerichtet und keinesfalls mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens vereinbar. Deshalb muss es gestoppt werden.
Es existiert schon eine Bürger*innen-Initiative gegen das Projekt und der BUND hat angekündigt wegen der drohenden Naturzerstörung gegen die Pläne zu klagen. Mit unserem offenen Brief möchten wir – die FFF-Ortsgruppen Braunschweig, Gifhorn, Helmstedt, Peine, Wolfenbüttel und Wolfsburg – auf die Klimaschädlichkeit eines Gewerbegebiets an diesem Ort aufmerksam machen und dazu beitragen, diese und ähnliche Planungen zu beerdigen.

#FightFor1Point5 – 5 Jahre Paris, nichts passiert?

Vergangenen Freitag, am 11. Dezember, fand unter dem Motto „Fight for 1 Point 5“ ein internationaler Aktionstag von Fridays for Future statt. Auch wir haben uns mit einer kreativen Aktion daran beteiligt.

Statt vieler Menschen, wie wir sie für unsere Demos normalerweise mobilisieren, haben wir auf dem Schlossplatz mehr als 4000 Kerzen aufgestellt. Diese symbolisierten die Demonstrant*innen. Mit so vielen Menschen waren wir durchschnittlich zu den letzten globalen Klimastreiks auf der Straße.

Begleitend wurden Redebeiträge gehalten, die wir aufgezeichnet haben und auf unseren Social Media-Plattformen veröffentlichen.

Hintergrund des Aktionstages war das fünfjährige Jubiläum des Pariser Klimaabkommens.

Am 12. Dezember 2015 wurde es von 197 Staaten unterzeichnet, die sich damit auf die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius festlegten. Sie gaben allen Menschen, vor allem aber zukünftigen Generationen, ein Versprechen: Sie würden eine lebenswerte Zukunft schaffen.

Fünf Jahre später ist allerdings viel zu wenig passiert.

Die Staaten, die das Abkommen unterzeichnet haben, legen ihr Klimaziele selbst fest. Doch häufig sind diese viel zu niedrig, um dem 1,5-Grad-Ziel auch nur nahe zu kommen!
Deutschland hat ein Klimaschutzgesetz und ein Kohlegesetz verabschiedet, mit denen eine Klimaneutralität 2050 möglich wird. Das ist zu spät! Nötig wäre die Klimaneutralität spätestens 2035.

Schon heute spüren MAPA (Most Affected People and Areas, engl. für am meisten von der Klimakrise betroffene Menschen und Gebiete) die Auswirkungen der Klimakrise täglich. Es kommt immer öfter zu Dürren, Hurricanes und Waldbränden.

Die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius ist elementarer Bestandteil des Klimaschutz. Erwärmt sich unser Planet mehr, steigt das Risiko, sogenannte Kipppunkte, die Dominosteinen ähneln, zu erreicht. Sie hätten immer weitere unaufhaltsame Katastrophen zur Folge. Wenn nicht sofort gehandelt wird, ist das 1,5-Grad-Ziel nicht mehr zu erreichen.

Wir fordern ein entsprechend konsequentes Handeln der Politik, und zwar jetzt. In den kommenden Jahren brauchen wir eine Klimapolitik, die diesen Namen auch verdient hat. Dabei ist offensichtlich, dass es mehr als Reduktionsziele bedarf. Wir fordern eine Klimapolitik, die die Einhaltung des 1,5-Grads-Ziels erreicht, die mit ihren Maßnahmen aber auch soziale Ungerechtigkeiten bekämpft.

Wir brauchen Entscheidungen für Maßnahmen, die die notwendigen drastischen Emissionsreduktionen einleiten und sie so ausgestalten, dass die Verursacher*innen der Klimakrise ihre Kosten tragen.

Dahinter steckt das Prinzip der Klimagerechtigkeit. Das bedeutet, die Klimakrise nicht nur als physikalisches Problem, sondern mit allen dazugehörigen sozialen Aspekten zu erfassen.

Klimagerechtigkeit bedeutet für ein Industrieland wie Deutschland, das historisch unglaublich viel zur Klimakrise beigetragen hat und wirtschaftlich in einer sehr guten Position ist, Verantwortung im Kampf gegen die Klimakrise zu übernehmen – politisch wie finanziell.

Um das Risiko einer Weiterverbreitung des Coronavirus zu minimieren, wurde die Kundgebung so kontaktarm wie möglich gestaltet.

#greenfriday statt Black Friday

Ihr habt es sicherlich schon mitbekommen: Diese Woche findet der Black Friday statt. Dieser Tag, der seit 2005 in den USA den umsatzstärksten Tag im Jahr darstellt und auch in Deutschland seit 2013 etabliert ist, lädt jährlich Menschen zum Konsumieren ein. Vor allem größere Ketten haben den Black Friday für sich entdeckt und schmücken ihre Schaufenster mit riesigen Prozentzeichen. Auch wenn es grundsätzlich erstmal gut klingt, dass die Wirtschaft während der harten Corona-Krise unterstützt wird, gibt es einige Bedenken.

Somit kann es gut sein, dass durch die günstigen Preise mehr Kund*innen ein bestimmtes Geschäft besuchen wollen als sonst. Da es aber in vielen Läden sinnvollerweise eine Beschränkung der Personenanzahl gibt, werden sich sehr wahrscheinlich längere Warteschlangen vor der Eingangstür bilden. Besonders in größeren Einkaufszentren kann das zum Problem werden, wenn Abstände nicht mehr eingehalten werden können.


Unabhängig davon stehen Verbraucher*innen vor einem weiteren Problem: Oftmals sind die Waren weder fair noch ökologisch hergestellt worden, was bedeutet, dass auf dem langen Weg ins Mode-Geschäft Arbeiter*innen für einen Hungerlohn Baumwolle gepflückt oder Kleidungsstücke zusammengenäht haben und die Umwelt verschmutzt wurde, wie es bei der Produktion von Fast Fashion oft der Fall ist.


Derartige Missstände in der Produktionkette können keinesfalls geduldet werden. Die Einhaltung von Menschenrechten und der Schutz des Klimas und der Umwelt dürfen nicht auf Freiwilligkeit beruhen. Stattdessen müssen sie zum festgelegten Standard werden.Eine Möglichkeit für die Umsetzung davon wäre ein Lieferkettengesetz. So müssten sich Unternehmen für Unglücke und Ähnliches verantworten, können die Verantwortlichkeit nicht abschieben und die Produktions- und Lieferketten könnten besser nachvollzogen und und kontrolliert werden.


Natürlich geht von einer Jeans mehr im Schrank nicht die Welt unter. Dennoch bitten wir euch, genau zu überlegen, ob ihr etwas wirklich unbedingt haben müsst, bevor ihr es kauft. Auch wenn vor allem die Unternehmen selbst für ihre Lieferketten und die daraus entstehenden Schäden verantwortlich sind, kannst auch du als einzelne Person einen kleinen Beitrag leisten! 

#dannibleibt

Seit dem 10. November wird im Dannenröder Forst in Nordhessen polizeilich die Besetzung, die seit Oktober letzen Jahres besteht, geräumt und der Wald gerodet. Auch in den angrenzenden Wäldern, dem Herrenwald und dem Maulbacher Wald, werden Bäume gefällt. Doch was genau macht diese Wälder so besonders? 

Die Rodung des Dannenröder Forsts ist schon seit 40 Jahren im Gespräch. Grund ist der seit dem geplante Ausbau der Autobahn A49 zwischen Kassel und Gießen. Der Widerstand der ansässigen Bevölkerung gegen die Freilegung von über 90 Hektar Wald und über 200 Hektar Felder und Wiesen war von Anfang an groß.

Der „Danni“ ist ein etwa 250 Jahre alter, intakter Mischwald. Er ist ein Musterbeispiel für nachhaltige Forstwirtschaft, die Artenvielfalt ist dort besonders groß (unter anderem ist der Wald Heimat einer Kolonie vom Aussterben bedrohter Kammmolche). Unter dem Wald befindet sich ein Grundwasserkörper, der mehr als eine halbe Million Menschen im Rhein-Main-Gebiet mit Wasser versorgt. Sollte der Wald gerodet werden und die Autobahn wie geplant gebaut werden, ist dieses Wasserreservoir in Gefahr und damit auch die Versorgung der Menschen. 

Trotz all dem war am 10. November Tag X. Aktuell ist eine vierstellige Anzahl Polizist*innen im Danni im Einsatz, obwohl der Infektionsschutz kaum sichergestellt werden kann. Auch kam es bereits zu mehreren Unfällen, unter anderem stürzte eine Aktivistin von einem sogenannten Tripod, eine andere Person von einer Traverse, die von der Polizei gekappt wurde. Durch die Räumungen und Rodungen werden sowohl Aktivist*innen, als auch Polizist*innen unnötig gefährdet. 

Wir dürfen nicht an Planungsdinosauriern wie der A49 festhalten. Solche Pläne gewaltsam durchzusetzen, ist im Angesicht der Klimakrise unverantwortlich, besonders, wenn dafür der Verlust einer großen und wichtigen Waldfläche in Kauf genommen wird.

Wir brauchen keine neuen Autobahnen, wir brauchen den Ausbau bestehender Autobahnen nicht. Was wir brauchen, ist eine Verkehrswende, die den Ausbau von öffentlichem Nah- und Fernverkehr voran treibt. Motorisierter Individualverkehr ist nicht mehr tragbar. Daher unterstützt Fridays for Future vor Ort und bundesweit als Teil des breiten Wald-statt-Asphalt Bündnisses den Protest für den Erhalt des Dannenröder Forsts.

Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die sich im Wald und Deutschlandweit für den Erhalt des Dannis einsetzen.


#dannibleibt

Das KohleEINstiegsgesetz – und was ist eigentlich in Augsburg los?

Seit mittlerweile 16 Tagen (Stand: 16. Juli 2020) campen in Augsburg Aktivist*innen von Fridays for Future und anderen Umweltorganisationen vor dem Rathaus. Das Motto des Augsburger „Klimacamps“ ist „Wir campen, bis ihr handelt“.

Sie demonstrieren gegen das Kohlegesetz, das am 03. Juli 2020 vom Bundestag verabschiedet wurde, und fordern von der Stadt Augsburg, sich entschieden gegen dieses Gesetz zu positionieren. Auch soll wirksamer Klimaschutz vorangetrieben und das eigene CO2-Budget eingehalten werden.

Jetzt möchte die Stadt das Camp räumen, da es aus ihrer Sicht keinen Kundgebungscharakter mehr habe. Der Kundgebungscharakter sei nicht mehr gewährleistet, da nicht durchgehend die Forderungen und Meinungen nach außen hin kund gegeben werden – nachts wird geschlafen, es finden Workshops und Vernetzung unter den Aktivist*innen statt und gegessen wird auch.

Fridays for Future Augsburg ist der Ansicht, dass das Campen eine zwar ungewöhnliche, aber gerade durchaus gerechtfertigte Aktionsform ist.
Es werden auch Gespräche mit Politiker*innen gesucht und zu Anfang wurde das Rathaus friedlich und gewaltfrei besetzt.
Aktuell besteht eine Zusammenarbeit mit der Fridays for Future-internen Rechtshilfe, um das Bestehen des Camps weiter zu ermöglichen.

Aber was fordern die Aktivist*innen eigentlich genau, und warum sind die Forderungen so wichtig?

Die Aktivist*innen fordern, dass Augsburg sofort zur Fahrradstadt wird (die Forderungen dieser Initiative sind denen des Radentscheids, der unter anderem in Braunschweig schon beschlossen wurde, sehr ähnlich), die Planung eines CO2-Restbudgets für die Stadt und einen offen gelegten Plan, wie das Budget eingehalten werden soll, sowie eine öffentlichkeitswirksame Positionierung der Stadt gegen das Kohlegesetz.

Der wohl wichtigste Aspekt ist aber die Rücknahme des so genannte Kohleausstiegsgesetzes, das der Bundestag am 03. Juli beschlossen hatte.

Das Kohlegesetz zementiert den Ausstieg aus der Kohleenergie bis 2038. Das allerdings ist viel zu spät. Weiterhin beinhaltet es massive Entschädigungszahlungen an Konzerne, undurchsichtige öffentlich-rechtliche Verträge mit Tagebaubetreibern wie RWE und LEAG und die weitere Subventionierung von Kohlestrom.

Würde Deutschland vom im Gesetz festgeschriebenen Pfad abweichen wollen, zum Beispiel durch einen Ausstieg im Jahr 2030, müssen die Verträge einseitig von der Bundesregierung gebrochen werden. Dadurch würden erhebliche Kosten für die Steuerzahler*innen durch eine Klagewelle der Kohlekonzerne entstehen – denn Entschädigungszahlungen würden dadurch wegfallen.

Auch soll der Tagebau Garzweiler bis 2038 komplett abgebaggert werden. Das war eigentlich für 2045 geplant, und verunmöglicht das Einhalten des 1,5 Grad-Ziels für Deutschland. Außerdem sollen 6 weitere, vom Tagebau betroffene Dörfer noch enteignet und abgebaggert werden.

Das alles, obwohl die aktuelle Strommarkt-Situation so aussieht, dass der Kohleausstieg rein wirtschaftlich viel früher kommen könnte als 2038. Die Kohleverstromung ist häufig nur noch durch Subventionen wirtschaftlich.

Alles in allem ist das Kohlegesetz, das eher einem KohleEINstiegsgesetz als einem Kohleaustiegsgesetz gleicht, weder mit dem Pariser Klimaabkommen, noch mit eigenen Klimazielen und den Forderungen von Fridays for Future Deutschland vereinbar.

Fridays for Future Deutschland fordert von der Bundesregierung unter anderem das Erreichen der Nettonull (das heißt, nur so viele CO2-Emissionen zu verursachen, wie kompensiert werden können) bis 2035, den Kohleausstieg bis 2030 (durch das Gesetz nun vollständig unmöglich) und das sofortige Ende aller Subventionen für fossile Energieträger.

Fridays for Future Braunschweig solidarisiert sich mit der Ortsgruppe Augsburg und unterstützt die gestellten Forderungen.

Mehr Informationen zum Kohlegesetz sind bei den Scientists for Future zu finden:

Heute ist Weltumwelttag🐨🌱🐸🌏💚

In Anbetracht der Klimakrise sind auch andere wichtige planetare Grenzen in Gefahr.
Eine planetare Grenze, die schon weit überschritten wurde, ist das Artensterben.(1)

Die Aussterberate heute ist 100 bis 1000 Mal höher als die langfristige Aussterberate, also das was man als normal bezeichnen würde. (2). Die Aussterberate ist somit heute nur vergleichbar mit den Big Five, den fünf großen Massenaussterben in den letzten 500 Millionen Jahren. Daher wird die gegenwärtige Artenvernichtung auch als sechstes Massenaussterben bezeichnet und zur Ursache des Artensterbens gehört die Zerstörung von Ökosystemen und der Klimawandel!
Es gibt dazu ein Volksbegehren Artenvielfalt in Niedersachsen, welches von vielen Umweltverbänden wie der Nabu und Imkerverbänden unterstützt wird und grade erst begonnen hat!🐝🐝🐝

Ein Volksbegehren funktioniert so, dass man erst mit 25 000 Personen durch die Prüfung muss und dann in 6 Monaten 620 000 Unterschriften in ganz Niedersachsen sammelt. Wir werden also in Zukunft bei unseren Demos Bögen zum Unterschreiben da haben.💪

Hier könnt ihr auch näher zu den Forderungen informieren.
https://www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/forderungen/
Quellen:
(1) https://www.duh.de/projekte/planetare-grenzen/
(2) http://www.oekosystem-erde.de/html/gefahrdung_der_biodiversitat.html

Globaler Klimastreik!

Ab 12 Uhr Live

Es ist soweit! Heute ist (endlich) wieder globaler Klimastreik!
Da wir auf Grund der aktuellen Situation nicht wirklich auf die Straßen
gehen können, finden heute viele Aktionen online statt.
So zum Beispiel ab 12 Uhr ein Livestream auf dem YouTube-Kanal von
FFF Deutschland, der (fast) wie eine „richtige“ Demo sein wird. Dort gibt es unter anderem
Redebeiträge und Musik! Ihr findet den Stream hier: https://www.youtube.com/watch?v=9EUVRPSWJsk
Auch #TalksforFuture hat wieder etwas für euch vorbereitet. Hier der Link dazu:
https://fffutu.re/fffyoutube
Außerdem seid ihr natürlich alle wieder dazu aufgerufen, euer Streikbild auf Instagram
und Co. zu posten. Auch, wenn wir nicht auf den Straßen sein können, können wir laut
sein! Denn…

We are unstoppable, another world is possible!

Unser fünfter globaler Klimastreik steht unter drei Themen: Klimagerechtigkeit, Energiewende und Verkehrswende.
Mit der Energiewende haben wir uns diese Woche schon ein wenig beschäftigt. Aber was bedeuten Klimagerechtigkeit und Verkehrswende?

Fangen wir mit der Verkehrswende an.

Einfach gesagt beschreibt der Begriff „Verkehrswende“ den Prozess, Verkehr (auch den Güterverkehr) und Mobilität nachhaltig zu gestalten. Also: nachhaltige Energieträger, sanfte Mobilitätsnutzung, Vernetzung von Individualverkehr und ÖPNV. Insgesamt ein kultureller Wandel, ein Umverteilen des öffentlichen Raums und ein Umverteilen von Geld. (1)
Warum ist das wichtig?
Der Verkehrssektor ist in Deutschland für mehr als 20 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes verantwortlich. (2) Gleichzeitig können wir dort sehr viel verändern, um Emissionen einzusparen.
Lösungsansätze sind zum Beispiel die E-Mobilität, also Elektroautos, aber auch Busse und Straßenbahnen mit Elektromotoren. Dieser Ansatz funktioniert allerdings nicht ohne eine Energiewende, da diese Fahrzeuge (wie der Name schon sagt) Strom benötigen.
Außerdem nötig sind ein Ausbau des ÖPNV in ganz Deutschland, eine Förderung des Rad- und Fußverkehrs sowie eine generelle Reduzierung des Individualverkehrs mit Autos.

Der Verkehr ist also noch eine große Baustelle – deshalb fordern wir eine Verkehrswende!

Und was hat es mit Klimagerechtigkeit auf sich?

„Klimagerechtigkeit“ bedeutet, dass jeder Mensch, egal wo er lebt, das gleiche Recht hat, die Atmosphäre zu nutzen – aber ohne sie stark zu belasten. Gleichzeitig darf die globale mittlere Temperatur nicht einen die Lebensbedingungen gefährdenden Wert überschreiten.
Außerdem beinhaltet die Forderung nach Klimagerechtigkeit auch die Forderung nach einem gutem Leben für alle und einem global nachhaltigen und gerechten Wirtschaftssystem.

Aber warum wird Klimagerechtigkeit gefordert?

Die Menschen, die am wenigsten zum anthropogenen (menschengemachten) Klimawandel beitragen leiden am stärksten unter den Folgen ( KlimaUngerechtigkeit). →KlimaUngerechtigkeit). KlimaUngerechtigkeit).
Den Klimawandel verursacht haben vor allem die Industrieländer des globalen Nordens. Seit Beginn der Industrialisierung verursachen sie die meisten Treibhausgase. Die Treibhausgase, die hier in die Atmosphäre gelangten und gelangen, und deren langfristigen Folgen für das globale Klimasystem, kennen allerdings keine Ländergrenzen und betreffen auch nicht jede Region der Erde gleich. Am meisten betreffen sie Menschen aus den Ländern des globalen Südens und die indigene Bevölkerung. (3)

Wie können wir Klimagerechtigkeit erreichen?

Denn Klimagerechtigkeit bedeutet auch, dass eine gemeinsame Verantwortung, aber eine besondere Verantwortung der Verursacher*innen, gesehen wird, Schäden auszugleichen und weitere zu verhindern. So lange das also nicht geschieht, ist Klimagerechtigkeit nicht möglich.
Damit die Atmosphäre nicht überlastet wird, dürfte ein Mensch pro Jahr nicht mehr als 1-2 Tonnen Treibhausgasemissionen verursachen. Aktuell sieht das in vielen Ländern, vor allem in den Industrieländern des globalen Nordens, anders aus. In Deutschland liegen die CO2- Emissionen pro Person und Jahr bei etwa 8,7 Tonnen, in den USA bei etwa 14, 61 Tonnen. (4) Der weltweite Durchschnitt liegt bei etwa 5 Tonnen. (5) In vielen Ländern Afrikas übersteigen die Emissionen kaum eine Tonne.

Aber genau dort sind die Folgen des Klimawandels schon jetzt stark zu spüren. Wie also können wir eine Lösung finden, die gerecht ist, aber gleichzeitig etwas bewirkt?

Eine gerechte Verteilung der Pro-Kopf Emissionen mithilfe von Emissionsrechten würde durch die Klimakrise besonders bedrohten Ländern und Menschen relativ wenig helfen, da diese wenig industrialisiert sind und jetzt schon geringere Emissionen haben. Auch würden sie so mit den Auswirkungen und Folgen weitestgehend alleine gelassen werden.

Deshalb sollten mit finanzieller Hilfe und technologischem Austausch sowie Unterstützung bei Anpassungsmaßnahmen nicht nur die Emissionen, sondern auch die Risiken gemeinsam getragen werden.

Das Problem ist aber genau genommen viel größer, als dass es sich „nur“ auf denKlimawandel beschränkt. Es basiert auf der Überschneidung von sozialen, ökonomischenund ökologischen Problemen.
Vor allem den Kapitalismus, die leistungs- und wachstumsorientierte Wirtschaft, und dasPatriarchat, ein männlich geprägtes und dominiertes System, gilt es deshalb zuüberwinden. (6)

Was es also eigentlich braucht, um Klimagerechtigkeit zu erreichen, ist ein Systemwandel (system change). Eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleich viel wert sind und die gleichen Rechte haben. Eine lebenswerte Umgebung, ein lebenswertes Klima zu haben, das ist ein Menschenrecht. (7)
Einige Länder, Regionen und Menschen sind von der Klimakrise mehr betroffen als andere. Der Weg zu einer Lösung, zur Klimagerechtigkeit, muss maßgeblich von diesen Ländern oder Regionen sowie historisch marginalisierten Gruppen geprägt und beeinflusst werden. Denn die mächtigsten Länder der Welt, deren Regierungschef*innen aktuell an die Diskussionen beteiligt sind, sind zwar die Verursacher des Klimawandels – aber die Folgen bekommen sie bisher kaum zu spüren.

Für diesen Systemwandel kann jeder Mensch etwas tun.

Das Wichtigste ist, aufzustehen. Laut sein! Die eigene Meinung zu vertreten und sich für diese einzusetzen. Als privilegierter(er) Mensch für andere einzustehen und sich für ihre Rechte einzusetzen. Die, die für Probleme wie den Klimawandel verantwortlich sind, auch zur Verantwortung zu ziehen. Und vor allem: Nicht aufzugeben.


  1. https://www.boell.de/de/verkehrswende
  2. https://www.tagesschau.de/faktenfinder/co2-emissionen-103.html
  3. https://indigeneswissenundklima.blog/2018/09/30/definition-klimagerechtigkeit/
  4. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167877/umfrage/co-emissionen-nach-laendern-je-einwohner/
  5. https://www.tagesschau.de/faktenfinder/co2-emissionen-103.html
  6. https://www.youtube.com/watch?v=aOP-EVuUNJ8
  7. https://www.youtube.com/watch?v=aOP-EVuUNJ8

Upcycling

Scrunchie aus Stoffresten/kaputten Kleidungsstücken

Ein Scrunchie ist ein Haargummi, das aus einem Stoffschlauch und
einem Gummibnd besteht. Anstatt so eins zu kaufen, kannst du es
ganz einfach selbst nähen!
Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
https://www.witt-weiden.de/sintre/scrunchies-selber-naehen-step-by-step-anleitung/

Beutel aus alten T-Shirts

Stofftaschen sind super zum Einkaufen, da du sie immer und immer wieder verwenden
kannst. Aber auch die musst du nicht unbedingt kaufen, sondern kannst sie aus alten TShirts selbst machen!
Das kann dann ungefähr so aussehen:
https://www.geo.de/geolino/basteln/15631-rtkl-upcycling-einkaufstasche-aus-einem-t-shirtnaehen

Kleidungsstücke „aufhübschen“

Du hast zum Beispiel eine Jeanshose, die dir zwar noch passt, aber einfach nicht mehr
gefällt? Anstatt sie deshalb weg zu geben, kannst du sie bemalen oder besticken!
Oder du schneidest bei einer langen Hose die Hosenbeine ab, sollten sie zum Beispiel
kaputt sein. So hast du eine kurze Hose!
Natürlich funktioniert das auch mit anderen Kleidungsstücken, nicht nur mit Hosen ;D

Mundschutz selber nähen

Schutzausrüstung gehört in der aktuellen Situation in Kliniken und zu Ärztinnen und Pflegerinnen. Trotzdem könnt ihr euch, und besonders eure Mitmenschen schützen, in
dem ihr einen behelfsmäßigen Mundschutz tragt, wenn ihr zum Beispiel zum Einkaufen
geht.
Solch einen Mundschutz könnt ihr ganz einfach selbst nähen. Hier eine Anleitung:
https://naehfrosch.de/mundschutz-selber-naehen/

Deko aus alten Gläsern

Natürlich lassen sich nicht nur Kleidungsstücke upcyclen!
Alte Gläser und Tassen lassen sich zum Beispiel ganz wunderbar als Vasen oder für Kerzen
verwenden. Wenn du dein Glas noch ein bisschen hübscher machen möchtest, kannst du
auch noch ein Band darum binden oder es bemalen.

Geschenkpapier

Du möchtest etwas verschenken? Geschenkpapier sieht zwar sehr schön aus, aber wirklich
umweltfreundlich ist es nicht, denn es wird meistens nur einmal verwendet und lässt sich,
wenn es bedruckt ist, nur schwer recyclen.
Stattdessen kannst du aber alte Zeitungen benutzen, um Geschenke zu verpacken! Such
dir eine Seite aus, die dir gefällt (zum Beispiel mit einem lustigen Bild :D), und schon hast
du Geschenkpapier!

Das waren jetzt ein paar Ideen – aber vielleicht hast du ja noch mehr!
Teile sie gerne mit uns 🙂

Demovorbereitung

Alternative Aktionsformen

Den „normalen“ Klimastreik in Form von Demonstrationen kennen wir alle.
Leider ist das aktuell nicht umsetzbar. Können wir trotzdem etwas tun? Ja!
Und nicht einmal wenig. Hier sind ein paar Ideen für dich:

Online-Demos:

Ob Fridays for Future oder andere Organisationen, zur Zeit finden viele OnlineDemos statt. Mal in Form von Livestreams, als #NetzstreikFürsKlima, Tweetstorm,
oder ganz anders. Möglichkeiten, laut zu sein, sind definitiv vorhanden. Also nutzen
wir sie!

Solidarität zeigen:

„Soli“ zeigen ist wichtig. Normalerweise gehen wir auch dafür auf die Straßen.
Aber auch das geht von Zuhause aus! Du kannst zum Beispiel ein Demoschild oder
ein Banner in dein Fenster stellen, bei Fenster-Musik-Aktionen mitmachen (oder sie
organisieren!), mit Kreide etwas auf die Straße schreiben oder auch zu Themen, die
dir wichtig sind, etwas auf Social Media (re-) posten.
Außerdem kannst, wenn du die Kapazitäten und Möglichkeiten dazu hast, du bei
deiner örtlichen Tafel, einem Tagestreff oder in Nachbarschaftsnetzwerken deine
Hilfe anbieten.

Petitionen:

Auch, wenn wir aktuell nicht auf die Straßen gehen können, um Druck auf die Politik
auszuüben, gibt es Wege, das zu tun. Petitionen zum Beispiel! Indem du sie
unterschreibst, finden Themen einen Weg in die politische Diskussion. Denn je
mehr Unterschriften eine Petition hat, desto mehr Menschen ist ein Thema wichtig –
und je wichtiger ein Thema, desto eher muss die Politik sich darum kümmern!

Aktuell gibt es zum Beispiel die #leavenoonebehind-Kampagne der Seebrücke. Es
geht darum, die griechischen Lagern zu evakuieren und die Menschen dort zu
schützen. Mehr Infos findest du hier:
https://fffutu.re/leavenoonebehind

Kommunikation:

Communication is key! Auch in der Corona- und vor allem der Klimakrise. Du kannst
also zum Beispiel mit Freundinnen oder deiner Familie über Themen sprechen, die dir wichtig sind. Oder du schreibst Briefe oder Emails an Politikerinnen, zum
Beispiel der*dem Bundestagsabgeordneten für deinen Wahlkreis.
Wer das ist, kannst du hier herausfinden: https://www.bundestag.de/abgeordnete

Etwas Lernen:

Du interessiert dich total für einige Themen und möchtest darüber mehr erfahren?
Dann kannst du jetzt spannende Dokus und Webinare dazu schauen, dir Podcasts
anhören, oder Bücher und Artikel darüber lesen.
Wenn du dich für Themen rund um die Klimakrise interessierst, kannst du dir zum
Beispiel die Webinare von FFF anschauen. Du findest sie hier:
https://fffutu.re/fffdeyoutube
Möchtest du Infos zum Thema Covid-19 haben, kannst du dich auf der Seite des
Robert Koch-Instituts (https://fffutu.re/rki ) und mit Hilfe des Drosten-Podcasts vom
NDR (https://fffutu.re/drosten-podcast) informieren.

Lachen!

Wenn du eine Pause von all den Informationen brauchst, dann hilft Lachen
bestimmt. Viele Ortsgruppen von FFF haben mittlerweile so genannte Memepages
auf Instagram. Dort findest du sicher etwas zum Lachen 😀
Wir hätten da noch einen Geheimtipp: @bullshitforfuture_bs auf Instagram.

Ideen für Demoschilder

Sprüche:

  • Apfelsaft statt Kohlekraft!
  • Malzbier statt Datteln IV!
  • Hoch die Internationale Solidarität!
  • Hoch die Hände, Klimawende!
  • Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle!
  • Nie wieder Kohle!
  • Schießt den Donald/Kaeser/(beliebige Politker*innen/Personen xD) auf den Mond, das ist Raumfahrt die sich lohnt!
  • Klimanotstand jetzt und hier!
  • Wir schwänzen nicht, wir kämpfen!
  • Auf die Straße, immer wieder, gegen Nazis, für das Klima!
  • Verstecktes Leid im Billigkleid!
  • Braunkohle killt das Klima – RWE findet’s prima
  • Die Zukunft ist solar!
  • Klimaschutz statt Kohleschmutz!
  • Rettet die Pole! Raus aus der Kohle!
  • Die Dinosaurier dachten auch, sie hätten Zeit!
  • Oma/Opa, was ist ein Schneemann?
  • Warum ist die Bahn so teuer? Ach, das liegt wohl am Herrn Scheuer!
  • Muss nur noch kurz die Welt retten…
  • Mutter Erde ist ´ne Ehrenfrau
  • Und diese Biene, die ich meine, ist bald tot…
  • #NetzstreikFürsKlima
  • Save our planet/earth!
  • Climate change – it‘s time to go!
  • Climate Justice! – Global Justice!
  • We are unstoppable, another world is possible!
  • One Solution! – Revolution!
  • Climate Justice now!
  • Keep it in the ground!
  • Polluters out!
  • Our future, our choice!
  • Like the seas we rise
  • Act now or swim later
  • Smash the patriarchy, not the planet!
  • #climatestrikeonline

Das sind natürlich nur ein paar Ideen. Ihr könnt auch selbst kreativ werden und euch coole
Sprüche ausdenken!
Auch Zeichnungen und Bilder sehen auf Demoschildern immer richtig toll aus 😀

Wir freuen uns auf eure Ergebnisse!