Klimawoche Braunschweig – Tag 2

Dieser Blogbeitrag ist ein Work-In-Progress: Weitere Erfahrungsberichte werden noch nachgetragen! 😉

Zero Waste Workshop im JugendUmweltPark (Kreuzstraße 62)

Foto: Lea Raab

Am Samstag, den 21. September, fand im Rahmen der Klimawoche Braunschweig auch ein Zero Waste Workshop im JugendUmweltPark statt. Etwa 20 Interessierte fanden sich dazu im Permakulturgarten der Ökoscouts e.V. ein – darunter Zero-Waste-Neulinge, sowie alte Hasen.

Relativ schnell wurde klar, dass ‘Zero Waste’ – also gar keinen Müll zu verursachen – fast unmöglich ist, aber sich alle Anwesenden auf dem Weg der Müllreduzierung befinden. Nachdem schon ein relativ großes Vorwissen bestand, wurden Erfahrungen ausgetauscht, wie man relativ einfach Dinge durch plastikfreie Alternativen austauschen kann: beispielsweise Milch in Glasflaschen statt im Tetrapack, feste Seifenstücke statt Duschgels. Auch Erfahrungswerte und Rezepte, wie man einfach Pflanzenmilch oder Frischkäse selbst herstellen kann wurden geteilt.

Foto: Lea Raab

Anschließend stellten die Workshopteilnehmer*innen Ringelblumensalbe mit Blumen aus dem eigenen Garten her. Auch die Herstellung von Waschmittel, Deocreme und Spülmittel erprobten sie selbst. Für alle, die den JUP noch nicht kannten, gab es eine kleine Führung, durch den Garten, der seit 1993 besteht.

Praktische Naturschutzarbeit für den Klimaschutz und die Auswirkungen auf die regionale Artenvielfalt

Foto: FUN Hondelage

Das Angebot des Förderkreis Umwelt- und Naturschutz einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, wurde leider von keinem Fridays for Future Demonstranten angenommen. Wir hatten uns gut vorbereitet, viele einzusetzen zu können. Gottseidank konnten wir uns auf 10 junge und alte Mitglieder von unserem Verein verlassen, die sich jeden Samstag zur praktischen Natur- und Klimaschutzarbeit in Hondelage treffen .

Über eine zukünftige Unterstützung würden wir uns dennoch freuen. Einfach mal samstags um 09:00 Uhr zum Treff an der „Wilhelmshöhe 14“ vorbeischauen.

Parking Day

Foto: Nils Kramer

Es mag einigen beim Gehen oder Fahren durch die Stadt aufgefallen sein: Am Theater auf der Straße, wenn man aus der Innenstadt hinausfährt, war ein Halteverbot eingerichtet. Anstatt Autos standen auf den Parkplätzen viele Menschen, die diskutierten, philosophierten, bastelten, malten, sich informierten, sich einen Baum in der Stadt wünschen durften oder auch ihren CO2-Fußabdruck an einem Rechner bestimmten. Ganz schön viele Dinge, die nur auf der Fläche von ein paar Parkplätzen stattfanden. Die Aktion wurde von Students for Future und Fridays for Future organisiert, aber es waren auch der BUND, die BI Baumschutz und die Scientists for Future dabei. Es wurden viele angeregte Gespräche geführt – auch mit Menschen, die anderer Meinung waren als die jungen Organisatoren. Viele Argumente konnten sofort widerlegt oder bestätigt werden. Dies zeigt meiner Meinung nach, dass die jungen Demonstranten wirklich hinter ihrer Sache stehen.

Klima und die planetaren Grenzen

Ich bin Dr. med. Helmut Käss, Hausarzt i.R. und sprach am Samstag, den 21.09., 15.00-17:00 Uhr, im Rahmen der Klimawoche zum Thema „Klima und die planetaren Grenzen“ im Raum Ost der Brunsviga, Karlstr. 35. Frieden und Klima gehen Hand in Hand, damit beschäftigte sich dieser Workshop des Friedensbündnis und der IPPNWbs.

Notwendig ist eine Entscheidung für die Menschheit zwischen „Leben“ und „Untergang“ wegen dem Klima, wegen der planetaren Grenzen und wegen der Atomkriegsgefahr. Manifest von Russell und Einstein: „Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können?“

Für Lösungsangebote für die gegenwärtigen planetaren Krisen fand ich den Vortrag von Ernst Ulrich von Weizsäcker im Juni bei seinem 80. Geburtstag hervorragend, dessen Aussagen und dessen Bilder ich großteils verwendet habe.

Klimawoche Braunschweig – Tag 1

Foto: Timo Schumann

Die Klimawoche Braunschweig begann am 20. September mit dem größten Klimastreik, den Braunschweig wohl jemals gesehen hat. Achttausend Braunschweiger*innen jeden Alters demonstrierten für eine konsequentere Klimapolitik. (weiteres zum globalen Klimastreik in einem gesondertern Blogeintrag!)

Siegel für Umwelt und Menschenrechte – eine kritische Würdigung

Foto: Anna-Katharina Thiel

Bereits am Abend fand schon der nächste Programmpunkt statt: Ein Vortrag von Uwe Meier zum Thema Umwelt- und Menschenrechtssiegel. Zu diesem Programmpunkt kamen etwa 25 Interessierte im Gewerkschaftshaus zusammen.

Seit Anfang der 90er Jahre gibt es für Agrarprodukte aus Drittweltstaaten Menschenrechts- und Umweltsiegel, die auf freiwilliger Ebene an Produktionsbetriebe vergeben werden. Doch halten die Siegel, was sie uns, den Kunden, und auch dem Einzelhandel versprechen? Vortrag und Podiumsdiskussion von Uwe Meier.

Dr. Uwe Meier hat als erster Agrarwissenschaftler weltweit Siegel für sozial-faire und ökologische Produktion aufgebaut. Er war im Einsatz in Südamerika bei Blumengroßhändlern und in der Lebensmittelproduktion. Seine Bilanz der jetzigen Siegelvergabe und Zertifizierung fällt ernüchtert aus. Es fehlt vor allem an Transparenz und staatlicher Regulierung. Diese Punkte wurden auch in der anschließenden Diskussion intensiv diskutiert. Lösungsansätze finden sich in weiterer Aufklärung, ohne die Produzenten und Groß- und Einzelhändler aus der Verantwortung zu lassen. Nicht der Konsument ist der Verursacher von fehlgeleiteten Produktionsbedingungen. Ein hoffnungsgebender Ansatz ist das Lieferkettenkontrollgesetz.

Gottesdienst anlässlich der fairen Woche

In intimer Atmosphäre feierte die St. Magni Kirchengemeinde einen Gottesdienst anlässlich der Fairen Woche und dem Auftakt der Week of Climate in Braunschweig. Im Zentrum des Abends stand die Frage nach mehr Gerechtigkeit für Frauen aus Dritte Welt Ländern, die abhängig sind von Landwirtschaft und Handel.

Foto: Milena Lorenz

„Wenn meine Kleidungsstücke erzählen könnten, wo sie herkommen, würden meine Ohren dröhnen.”, sprach Myra Dedekind und gedachte den Frauen, die durch zu geringe Bezahlung ihren Lebensunterhalt nur unter größter körperlicher Anstrengung bestreiten können. Der Landesjugendpfarrer Lars Dedekind beendete den Gottesdienst mit den Worten: „Und wer möchte kann jetzt auch noch die Schokolade probieren“ und brachte jedem und jeder ein Stück fair gehandelte Schokolade.

Globaler Klimastreik oder wie die Bundesregierung versagt

Am 20. September starteten wir mit dem größten Klimastreik, den Braunschweig wohl jemals gesehen hat, in die Klimawoche. Achttausend Braunschweiger*innen jeden Alters demonstrierten für eine konsequentere Klimapolitik.

Deutschlandweit belaufen sich die Zahlen auf etwa 1,4 Millionen Teilnehmer*innen. Über diese Solidarität aus der breiten Gesellschaft freuen wir uns sehr.

8.000 Braunschweiger*innin, denen die Zukunft unserer Erde am Herzen liegt

Unterstützung der Gewerkschaften

Diese Demo haben wir von Fridays For Future Braunschweig zusammen mit verschiedenen örtlich tätigen Gewerkschaften, insbesondere mit dem DGB organisiert.

„Die Politik muss beim Thema Klimaschutz aufs Tempo drücken. Diese Forderung von Fridays For Future teilt der DGB, denn auf einem toten Planeten kann es keine Arbeitsplätze geben“
DGB

Denn Klimaschutz soll sozialverträglich sein. Der Weg in eine CO2-arme Zukunft ist alternativlos, er muss gerecht gestaltet sein und darf niemanden zurück lassen.

Ablauf der Demonstration

Bereits um 10:00 Uhr füllte sich der Schlossplatz mit Menschen, darunter auch Schulklassen, Kita-Gruppen, Gewerkschaften, Arbeitnehmer*innen, Studierende, Senioren*innen und vielen mehr. Gleich am Anfang heizte die Band „Broken Bone Ballade“ den Demonstrant*innen ein.

Mit einem Demoruf-Warm-Up wurden die Demonstrationsteilnehmer*innen laut. Nach Wortbeiträgen von den Parents for Future, der Seebrücke und Fridays for Future startete die Demo um circa 11:25 Uhr in Richtung Kohlmarkt zur Zwischenkundgebung der Gewerkschaften.

Die Teilnehmer*innenanzahl war so groß, dass die Ersten den Kohlmarkt erreichten, als noch viele den Schlossplatz gar nicht verlassen hatten und der Kohlmarkt gar nicht alle Demonstrierenden fassen konnte. Insgesammt zählten wir 8.000 Teilnehmer.

Die Reden auf dem Kohlmarkt thematisierten gezielt, dass Klimaschutz nicht auf Kosten von Arbeitsplätzen geschehen und nicht auf dem Rücken der sozial Schwachen ausgetragen werden dürfe. Es bedarf einer sozial-ökologischen Wende. Da waren sich alle einig: Fridays For Future Aktivist*innen als auch Gewerkschaftsvertreter*innen.

Um 12.45 Uhr zogen die Demonstrant*innen weiter durch Braunschweig und machten laut auf ihre Forderungen aufmerksam. Der Demozug wurde von drei Lautsprecher-Wägen mit Musik begleitet und die Frauen und Männer von Samba-Attac unterstützten mit ihren Trommeln. Zurück am Schlossplatz folgten noch weitere Redebeiträge, Dankesworte von einem Aktivisten an die Organisator*innen und die Überreichung von 500 Euro Spenden vom Südstadt-Open-Air. Mit den Klängen der Band „The Mothersound“ endete die große Klimademo.

Inklusive Route

Um auch Menschen, die nicht so fit zu Fuß sind, die Teilnahme am Demozug zu ermöglichen, haben wir uns dieses Mal eine ganz besondere Route ausgedacht: Wir sind eine 8 gelaufen die sich auf dem Hagenmarkt kreuzt. Dadurch konnten nach der ersten Runde weniger laufbegeisterte Teilnehmer am Schlossplatz verweilen, während die Restlichen Teilnehmer auch die große Runde gingen.

Demo Route

Die große Entäuschung #NotMyKlimaPaket

Noch während überall in Deutschland die Menschen für besseren Klimaschutz demonstrierten, haben sich Union und SPD im Koalitionsausschuss auf eine Reihe von Maßnahmen für mehr Klimaschutz verständigt. Wir sind mehr als entäuscht von dem was die Groko uns da präsentiert hat.

Klimaschutz bedarf schnellen politischen Handelns, auch mit Rücksicht diesen gesamtgesellschaftlich zu tragen. Unserer Meinung nach leistet des Klimaschutzpaket des Bundeskabinets genau dies nicht.

Wie man sich solidarisch zeigen kann

Du kannst am 20. September nicht streiken, weil du sonst arbeitsrechtlich Konsequenzen haben würdest und hast dir nicht frei genommen? Oder dein*e Arbeitgeber*in hat dir eine verlängerte Mittagspause verweigert? Dann gibt es noch andere Wege, seine Forderung nach einer konsequenteren Klimapolitik kundzutun und sich mit all jenen, die an diesem Freitag #AlleFürsKlima auf die Straßen gehen, zu solidarisieren.

1) Soliplakat

Klimakrise stoppen! #AlleFürsKlima www.allefürsklima.de

Hast du dir schon unser Soliplakat ausgedruckt? Den Downloadlink findest du auf der Startseite von fff-braunschweig.de Dieses kannst du dir an deinen Arbeitsplatz hängen, aber auch

zuhause an ein Fenster oder die Wohnungstür. Lass deine Kolleg*innen und Nachbar*innen wissen, dass du eine Politik einforderst, die die Klimakrise als solche ernst nimmt und ernsthafte Maßnahmen ergreift.

2) Profilbildgenerator

Sicherlich besitzt du auch ein Mobiltelefon, oder bist auf diversen Social Media-Plattformen angemeldet. Zeige all deinen Kontakten, dass auch du zum 20.09. zum Motto #allefürsklima demonstrierst/demonstrieren möchtest. Den Profilbildgenerator findest du unter: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/profilbildgenerator/

3) Erzähle deinen Mitmenschen vom 20.09.

Wahrscheinlich haben deine Mitmenschen – Kolleg*innen, Mitschüler*innen, Verwandte, Freund*innen usw. – noch nicht alle von dem Generalstreik aller Generationen am 20. September gehört. Vielleicht kannst du nicht zum Klimastreik kommen, aber du kannst dennoch andere Menschen unter Umständen davon überzeugen, dass sie mitdemonstrieren.

4) Sei dabei und demonstriere mit uns!

Wenn du allerdings, doch die Möglichkeit hast, mit uns zu streiken, dann sei dabei, damit du später deinen Kindern und Enkelkindern erzählen kannst, dass du für ihre Zukunft auf die Straße gegangen bist!

Los geht die #AlleFürsKlima-Demo am 20. September um 10 Uhr auf dem Schlossplatz mit Musik und Reden. Nach einer Stunde bewegt sich der Demozug dann los in Richtung Kohlmark. Dort findet von circa 12.15 Uhr bis 12.45 Uhr eine Zwischenkundgebung statt, zu der Arbeitnehmer*innen in ihrer Mittagspause dazustoßen können.

Die integrative Demoroute gleicht einer liegenden Acht und ermöglicht allen, die nicht so gut zu Fuß sind, auf dem Hagenmarkt zu verweilen, bis der Demozug wieder an diesem Knotenpunkt ankommt und alle gemeinsam zurück zur Abschlusskundgebung mit Musik am Schlossplatz ziehen.

Wir benötigen deine Unterstützung!

Der globale Klimastreik am 20. September wird GROSS! So groß wie noch keine Fridays For Future Demonstration zuvor. Wir rechnen mit 7000 Demonstrierenden. Der Druck von Plakaten und Flyern, das Leihen von Bühne und Musiktechnik, all das – und all die kleinen Dinge, die noch anfallen – kosten Geld. Dafür benötigen wir deine Unterstützung! Damit wir von “Fridays for Future Braunschweig” auch weiterhin unabhängig und eigenständig organisieren können, brauchen wir deine Spende! SEI AUCH DU KLIMARETTER*IN!

Unter dem Menüpunkt ‚Unterstützen‘ findest du auch den Link zum PayPal-Konto der Reka, falls du lieber darüber eine Spende tätigen möchtest.

Unser Besuch bei Radio Okerwelle

„3, 2, 1, Leise, Mikro auf!“

Und dann ging es los mit unserem Interview bei Radio Okerwelle, was nun jeder im Raum Braunschweig an seinem Radio auf der Frequenz 104,6 Hz empfangen konnte. Am Anfang merkte man noch, wie aufgeregt wir alle waren, doch Stück für Stück groovten wir uns durch die Sendung. Dabei verrann die Zeit wie im Fluge, besonders die Pausen mit der, von uns ausgesuchten, echt coolen Musik. Dies brachte gute Laune in der Zeit in der das Mikrophon dann aus war.

Das Hauptthema der Sendung war die Klimawoche, von welcher man das Programm hier findet, und die große Demo am 20.09. Hier waren wir uns mit dem Vertreter des DGBs – der auch mit dabei war – einig, dass das Thema Klimakrise jeden angeht und es wichtig ist, dass sich mit Klimagerechtigkeit beschäftigt wird.

Auf längere Sicht werden wir wahrscheinlich häufiger bei Radio Okerwelle zu Gast sein dürfen und freuen uns schon sehr darauf.
Eine Zweitausstrahlung findet am nächsten Dienstag den 17.09 von 20:00 bis 21:00 statt. Schaltet also ein, falls ihr es verpasst habt.

Tipp: Wenn du kein Radio zuhause hast, kannst du gerne auch online zuschalten.

Stiller Sitzstreik am 6. September

Sit-In for Future

Am 20. August 2018, vor etwas mehr als einem Jahr, streikte Greta Thunberg das erste mal vor dem schwedischen Reichstag. Nur mit einem Schild – mit der mittlerweile weltbekannten Aufschrift “Skolstrejk för klimatet” – und ohne Parolen zu rufen.

An dieses stille Demonstrieren, das eine weltweite Bewegung auslöste, wollten wir mit unserem stillen Sitzstreik, der am 6. September um 14 Uhr auf dem Kohlmarkt stattfand, erinnern. Etwa 200 Menschen unterschiedlichsten Alters – auch Parents, Students, Grandparents und Scientists waren mit dabei – demonstrierten gemeinsam. Mit kreativen Schilder, Reden, sogenannten Die-Ins (dazu später mehr), sowie einem musikalischen Acapella-Beitrag taten wir unseren Protest auf dem Kohlmarkt kund. Immer wieder fiel ein Datum:

Der 20. September.

An diesem Tag wird Fridays for Future weltweit wieder laut – ganz besonders in Deutschland, denn an diesem Freitag sollen vorraussichtlich konkrete Klimaschutzmaßnahmen des Klimakabinetts vorgestellt werden.

Wie schon angedeutet, ist die Sorge um eine lebenswerte Zukunft angesichts der Klimakrise nichts, was nur Schüler*innen und Studierende angeht:

der menschgemachte Klimawandel betrifft ALLE, weshalb explizit alle Menschen unterschiedlichster Milieus und jeden Alters aufgerufen sind, gemeinsam mit uns für eine Polik zu demonstrieren, die ihrer Verantwortung nachkommt. Nur wenn die Politik effektive Maßnahmen ergreift und Strukturen schafft, die zum Schutz des Klimas und der Umwelt beitragen, können wir die Klimakrise gemeinsam aufhalten.

Der stille Sitzstreik am 6. September hatte den Zweck, Passant*innen auf die globale Demo am 20.09. – zu der auch ver.di, IGM, GEW, NGG und DGB aufgerufen haben – aufmerksam zu machen, sowie für die Klimawoche vom 20. bis 27. September zu werben.

Die-Ins For Future

Auch eine weitere andere Form des Protest wurde ausprobiert: zwei Gruppen haben sich bei einem sogenannten Die-In als Klimaleichen für bis zu 20 Minuten auf den Boden der zum Kohlmarkt führenden Gassen gelegt (Schuhstraße, Hutfiltern und Poststraße). Auf “Eins – Zwei – Die!” (engl.: stirb!) fielen die Aktivist*innen um und erstarrten zu leblosen Körpern, die auf die (zukünftigen) Opfer des Klimawandels aufmerksam machten. Gleichzeitig wurden Flyer zur Klimawoche Braunschweig an Passant*innen verteilt, die nun nicht mehr an uns und unseren politischen Forderungen sowie dem beinahe mantraartig wiederholten “20.09.” vorbeikommmen konnten.

– Na, was hast du am 20. September vor? ;D

Music for Future

Abgeschlossen wurde der Sitzstreik mit einem Open Mic – bei der jede Person gerne etwas kundtun durfte. Ein kleines Highlight war wohl der gesangliche Abschluss von einer Abiturientin, die Seed von Aurora acapella sang:

When the last tree has fallen, And the rivers are poisone, You cannot eat money, oh no

#SOSAmazonia am 23.08.2019

Am ersten Freitag nach den Sommerferien, sollte die erste Demo nach den Sommerferien stattfinden. Relativ kurzfristig ereilte uns ein Hilferuf der Fridays For Future Brasilien, wegen des damals schon seit 16 Tagen brennenden Amanzonas-Regenwalds. Nutzung. Ausgehend von Fridays for Future Brasilien haben sich weltweit Fridays for Future-Gruppen angeschlossen, um gegen die medial vernachlässigte Zerstörung des Regenwaldes zu demonstrieren unter dem Motto #SOSAMAZONIA.

Auch wir hatten uns am Abend vor der großen Demo nach den Sommerferien entschlossen, unsere freitägliche Demo unter das Motto #SOSAMAZONIA zu stellen. 300 Demonstrierende nahmen an der Demo teil und es wurde ein Betrag von 430,84€ und 110 dänischen Kronen für die Regenwaldstiftung OroVerde e.V. gesammelt. Nach der Demo spielte The Mothersound für uns.

Hintergrundcheck – warum wir zu #SOSAmazonia demonstriert haben

Über 30.000 Brände wurden von Januar bis Juli 2019 im Brasilianischen Amazonasgebiet registriert. Bis Ende August verdoppelte sich diese Zahl auf über 86.000 Brände.
Es sind die schlimmsten Feuer seit Jahren. Die Rauchwolken ziehen zum Teil bis in das 2.000km entfernte Sào Paulo und verdunkelten dort zwischenzeitig sogar den Himmel.

Waldbrände können sicherlich natürlichen Ursprungs sein, zum Beispiel durch Blitzeinschläge ausgelößt. Die Feuer im Amazonas sind nach Expertenmeinungen aber menschlichen Ursprungs. Viele der Brände wurden und werden gelegt um die Flächen für Zuckerrohr-, Sojaanbau und Viehwirtschaft zu nutzen.

Die Regenwälder dieser Erde und so auch der Amazonas haben großen Einfluss auf das globale Klima. Die Bäume und Pflanzen im Regenwald binden besonders viel Kohlenstoffdioxid. Durch ihre gezielte Verbrennung wird dieses CO2 in die Atmosphäre freigesetzt und trägt dort zur weiteren Erwärmung unseres Planten bei.

In dem Zusammenhang kritisieren Wir die Brasilianische Regierung unter dem brasilianischem Präsidenten Jair Bolsonaro. Nach seinem Amtsantritt im Januar, gingen zwischen Mai und Juli mehr Regenwaldfläche verloren als im selben Zeitraum in den 3 vorhergehenden Jahren. Darüber hinaus plant er noch bestehende Umweltkontrollen weiter zu lockern.

Quellen zum Hintergrundcheck:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/a-1284501.html
https://www.regenwald-schuetzen.org/kids/wissen-ueber-den-regenwald/bedeutung-und-nutzen/
https://www.focus.de/wissen/klima/klimaschutz/endlich-bewiesen-forscher-messen-treibhauseffekt-durch-co2_id_4507677.html
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/bolsonaro-abholzung-regenwald-101.html

Mini-Sommerkongress in Braunschweig

Für alle Aktivistinnen, die vom Sommerkongress in Dortmund nicht genug hatten oder nicht daran teilnehmen konnten, gab es am Wochenende vom 23.-25.8. die Möglichkeit, sich weiterzubilden, in die Strukturen von FFF-Braunschweig einzutauchen und mit vorher mehr und hinterher weniger fremden Leuten über gemeinsame Interessen zu diskutieren und zu debattieren.

Freitag 23.08.

Die regelmäßige FFF-Demo hinter uns, trudeln wir langsam auf dem Gelände der Fliegerhalle Braunschweig ein und malen Plakate, bis jede mit ihrer Isomatte und ihrem Schlafsack da ist.

In einem Begrüßungsplenum stellen wir uns vor, machen uns mit dem Aufbau der Ortsgruppe und dem Ablauf des Wochenendes vertraut.

Vier Referentinnen besuchen uns, es geht um gendergerechte Sprache und Gender im Alltag. Wir erfahren Neues im Bezug auf den Ursprung des Gendern und die Geschichte des Feminismus, reflektieren und diskutieren über unsere eigene Sozialisierung. – Viel zu wenig Zeit für so ein interessantes Thema –

Auch die Gesprächskultur spielt eine große Rolle.

Ach ja, fällt dir was auf? – Um darauf aufmerksam zu machen, haben wir ein paar Begriffe nur in weiblicher Form verwendet.

In der Zwischenzeit kommt Moritz mit einem Lastenrad voll geretteter Lebensmittel zurück und ein paar Freiwillige fangen an zu kochen.

In einem Kennenlernspiel ordnen wir uns nach Alter, Augenfarbe und Demobesuchen und lernen so viel über die anderen Aktivistinnen. Nach dem gemeinsamen Abendessen bekommt das Orga-Team Kommentare wie „Das Essen ist geil“ (Moritz), „Ausgewogen und Vegan“ (Romy), „Delicioso“ (Jona, Jan, Amelie) als Rückmeldung.

Abends unterhalten wir uns angeregt bevor wir in unsere Schlafsäcke kriechen.

Samstag 24.08.

Pünktlich um 8 Uhr werden wir von von Moritz mit einer sehr bekannten Melodie („Aufstehen ist schön“ von Marianne Rosenberg) geweckt. Anschließend decken wir gemeinsam das Frühstücksbuffet auf und genießen es.

Anschließend treffen wir uns zu einem Tagesplenum im Gemeinschaftszelt und gehen dann zu den beiden interessanten Vorträgen über Kapitalismus im Zusammenhang mit dem Klimawandel und treffen uns anschließend zu einer gemeinsamen Diskussion über dieses Thema und auch über die Idee eines „bedingungslosen Grundeinkommens“.

Nach einer Pause finden wir uns dann in vier Arbeitskreisen zusammen: Demo, Öffentlichkeitsarbeit, Forderungen und Projekte.

Dort haben wir viel über die Arbeit der einzelnen „AKs“ gelernt und dort mitgewirkt.

Zum Abendessen grillen wir, tragen im Plenum noch einmal die Ergebnisse der AK-Arbeit zusammen und verbringen einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer.

Sonntag 25.08.

Am Sonntag bauen wir nach einem ausgiebigen Frühstück gemeinsam die Zelte ab und nach drei interessanten Vorträgen über die deutsche Klimapolitik, Fake News & wie die Gesellschaft auf diese reagiert und nachhaltige Menstruationshygiene, veranstalten wir ein großes Restegrillen.

Anschließend versammeln wir uns zu einem Abschlussplenum und beendeen so dieses tolle Wochenende.

Geschrieben von Amelie, Benedikt, Jona und Lewin

Berichte vom Sommerkongress in Dortmund

Die Demo haben wir gleich genutzt um unseren Großstreik am 20.9. zu bewerben

Seit Mittwoch dem 31. Juli, ist der Revierpark Wischlingen nun unser Zuhause gewesen. Gemeinsam mit anderen Aktivisten aus ganz Deutschland schliefen, aßen, arbeiteten und tanzten wir in dem unglaublich naturnahen Park in Dortmund bis zu unserer Abreise am Sonntag. Betritt man das Gelände fällt einem als erstes auf, wie viele Menschen sich in dem Park lachend unterhaltend. Große Grüppchen sitzen im Gras und diskutieren über den Kapitalismus, die Art der Vernetzung untereinander und Ernährungsformen. Mitten drin die Ortsgruppe Braunschweig. „Lasst uns die Zelte in einem Kreis aufstellen“, sagt Jake „dann können wir uns gemeinsam zum Essen zusammensetzen.“

Zusammensetzen war auch schön und gut, aber überhaupt erst einmal Essen zu bekommen war das Problem. Die Volxküche, die uns in der Zeit des Sommerkongresses verköstigen sollte arbeitete hart und ohne Pause. Doch bei 1500 hungrigen Menschen und nur einer Essensausgabe kommt es dann doch schon mal zu einer langen Wartezeit. Zum Glück wurde schnell eine zweite Essensausgabe aufgebaut, hungrig bleiben musste also niemand.

„What do we want?“, ruft jemand weiter vorne in der Schlange. „Climate Juctice“, rufen alle bis auf Anton im Chor. Anton brüllt mit Wehmut in der Stimme: „Essen!“

Nach Dortmund sind wir gereist, um uns durch Workshops, Panels und Podiumsdiskussionen Wissen und Fähigkeiten anzueignen – darüber, was die Klimakrise genau für uns bedeutet, wie man mit Medien umgeht, wie man umweltpsychologische Aspekte einbezieht, Systemkritik äußert und Alternativen aufzeigt. Auch uns selbst haben wir durchleuchtet. Sind wir divers genug? Wie äußert sich Sexismus in unserer Bewegung und schauen wir genug hin? Sprechen wir gewaltfrei? All diese Fragen konnten in professionellen Workshops mit WissenschaftlerInnen, ÖkonomInnen und erfahrenen AktivistInnen bearbeitet werden. „Bei rund 200 Workshops und Panels hätte ich gerne mehr wahr genommen als nur sieben“, beschreibt Maria die „Qual der Wahl”. „Dadurch, dass vieles zeitgleich stattgefunden hat, musste man sich gut entscheiden.“

Am Donnerstagabend wurden wir an der großen Bühne zusammengerufen und man erklärte uns die morgige Demo. Nach der eigentlichen Großdemo konnten wir uns verschiedenen „Tentakeln” anschließen. In Kleingruppen liefen wir dann durch Dortmund und erprobten kreative Protestformen im öffentlichen Raum. Am Ende waren die Aktionen ein voller Erfolg. Wir haben nicht nur unsere Kreativität benötigt, sondern nahmen den Schwung der letzten Tage mit auf die Demo. Die Aktion motivierte uns, sich im Anschluss mit anderen Protestformen zu beschäftigen. Doch was am wichtigsten war: Es wurde die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf den Generalstreik am 20. September gelenkt.

Vor dem Abschied noch ein Bild, dann die Abreise

Gut vernetzt, motiviert und angeregt durch andere Ortsgruppen gehen wir nun in großen Schritten auf die Climate Week vom 20. bis zum 27.September zu. In diesem Sinne: Act now!