Rückblick: Public Climate School (25.-29.11.2019)

An über 50 Hochschulen in Deutschland fanden in der letzten Novemberwoche, gleich vor dem globalen Klimastreik, Vorträge, Workshops und Diskussionen zu den Themen Klima- und Umweltschutz statt. In Braunschweig war sowohl die Hochschule der Bildenden Künste als auch die Technische Universität mit einem vielfältigen Programm dabei.

Wie kam es dazu?

Mit dem folgenden (hier leicht gekürzten) Aufruf hatte die Bundesebene von Students for Future zur Public Climate School aufgerufen, bei der die Hochschulen Deutschlands eine Woche lang bestreikt werden sollten:

„[..] Die Dramatik der Situation macht entschlossenes, außerplanmäßiges Handeln zur Pflicht. Wir, die Studierenden von Students for Future, rufen daher für die Woche vom 25. bis zum 29. November 2019 zur Bestreikung des regulären Lehrbetriebs der Hochschulen auf. Stattdessen sollen Diskussionen, Seminare, Vorlesungen, Aktionen usw. zur Klimafrage stattfinden. […] Mit der „Public Climate School“ wollen wir einen Ort schaffen, an dem alle mitdiskutieren können, die von der Klimakrise betroffen sind: Also alle.

Der Hochschulstreik ist nicht nur ein wirksames Druckmittel, das die Politik zum Handeln verpflichten soll, sondern auch ein Labor für nachhaltige Zukunftsentwürfe. So können die Hochschulen dem ihnen von der Hochschulrektorenkonferenz zugeschriebenen Auftrag gerecht werden, „als Zentren demokratischer Kultur […] zur produktiven Diskussion um die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ beizutragen.“

Henning Zindler von der Ostfalia bei seinem Vortrag zu den Schwierigkeiten der Energiewende

Wie sah das Programm in Braunschweig aus?

An der HBK wurden einige der regulären Veranstaltungen bestreikt – als Alternative wurden über die ganze Woche verteilt 16 Vorlesungen, Diskussionsformate und Filmvorführungen zum Klimaschutz und verwandten Themen angeboten. Es ging dabei zum Beispiel um Permakulturen, Stadtwachstum und darum, wie wir alle Nachhaltigkeit in unserem Alltag integrieren können. In Workshops wurde außerdem überlegt, wie wir uns eine Welt von morgen eigentlich vorstellen oder wie wir die Klimakrise visuell darstellen können. Im Vorfeld hatten wir die Lehrenden und Studierenden zum Hochschulstreik aufgerufen und die Dozenten und Dozent*innen um Veranstaltungen für die Public Climate School gebeten.

An der TU forderten wir keine Einstellung des Lehrbetriebs – stattdessen setzten wir auf ein Zusatzprogramm. Im Vorfeld waren die Lehrenden der Universität mit der Bitte angeschrieben worden, einen Vortrag, eine Diskussionsrunde oder ähnliches in der Woche beizutragen. Über 20 verschiedene Veranstaltungen wurden von Montag bis Donnerstag von den Dozenten und Dozentinnen der TU und auch einigen externen Experten und Expertinnen organisiert – für diesen großartigen Einsatz möchten wir uns herzlichst bedanken. Neben fachspezifischen Themen wie der nachhaltigen Beschaffung in der Chemie, der Nachhaltigkeit im Bauwesen oder der nachhaltigen Digitalisierung gab es auch allgemeinere Beiträge zu den Ursachen und Folgen der Klimakrise. Viele weitere Lehrende erklärten sich bereit, sich in ihren regelmäßigen Veranstaltungen einige Minuten Zeit zu nehmen, um ein paar Worte zum Thema Klimaschutz zu sagen.

Die Klimaschutzveranstaltungen beider Hochschulen waren für die Studierenden, aber auch für Schülerinnen und Schüler sowie alle weiteren Gesellschaftsgruppen geöffnet.

Ein Stapel Mensaflyer zu umweltschonender Ernährung  

Neben den Vorlesungen hatten die Students for Future auch ein buntes Abendprogramm zusammengestellt. Am Montag wurde nach dem Plenum der HBK-Gruppe im Unikino der TU der Film „More than Honey“ gezeigt, am Dienstag gab es eine Quiznight mit Kleidertausch in den Räumlichkeiten der HBK. Der Mittwochabend war mit der Vorlesung im Rahmen der Reihe „TU for Future“ gefüllt und am Donnerstag fand das Plenum der TU-Gruppe statt – alternativ konnte man an der HBK den Dokumentarfilm Transsilvania Mea sehen. Vorher wurde an beiden Hochschulen ein Livestream von einem Vortrag von Harald Lesch übertragen (nachträglich zu sehen hier: https://www.youtube.com/watch?v=dfEdT9vlebQ)

Auch die Braunschweiger Mensen beteiligten sich an der Public Climate School: In der Mensa 1 wurde jeden Tag ein zusätzliches vegetarisches oder veganes Gericht angeboten. Dazu teilten wir in der Mensa 1 Flyer zum Thema umweltschonende Ernährung aus und führten eine Umfrage zum Mensaessen durch. Zusätzlich wurden Informationen über den CO2-Ausstoß der einzelnen Gerichte öffentlich in allen Braunschweiger Mensen ausgehängt.

Am Freitag gipfelte die Woche im 4. globalen Klimastreik, an dem etwa 4.000 Braunschweiger und Braunschweigerinnen teilnahmen.

Vierter Globaler Klimastreik; Foto: Julia Kabel

Wie wurde das Programm angenommen?

Da die Planungszeit durch den recht kurzfristigen Aufruf ziemlich knapp ausfiel, konnte weder an der beiden Hochschulen noch in der Innenstadt so umfangreich Werbung gemacht werden, wie wir es uns gewünscht hätten. Dadurch erreichte die Information nur eine begrenzte Anzahl an Menschen, sodass einige Vorlesungen leider eher spärlich besucht waren. Bei den Vortragenden dieser Veranstaltungen möchten wir uns entschuldigen und uns trotzdem für das Engagement und die tollen Vorträge bedanken.

Alles in allem kam die Public Climate Week aber gut an! Kritik, die uns erreichte, bezog sich hauptsächlich auf die kurzfristige Organisation und die wenige Werbung. Die Vorträge wurden von den Zuhörenden als sehr informativ, interessant und ansprechend bewertet. Viel positive Rückmeldung erhielten wir auch zu den Abendveranstaltungen und die CO2-Angaben in der Mensa trafen sogar auf so viel Begeisterung, dass nun überlegt wird, die Kennzeichnung langfristig einzuführen.

Wird es noch mal eine Public Climate School geben?

Darüber wird im Moment noch auf Bundesebene diskutiert. Wenn wir beim nächsten Mal etwas mehr Vorbereitungszeit haben, um ausreichend Werbung zu machen, und die Lehrenden der Hochschulen wieder mit so viel Engagement dabei sind, sollte dem von unserer Seite jedoch nichts im Wege stehen!

#NeustartKlima – Vierter globaler Klimastreik

Foto: Julia Kabel

Weltweiter Klimastreik

Am 29.11 war wieder, einige Wochen vor der UN-Klimakonferenz, der globale Klimastreik. Damit war es der vierter globale Klimastreik, um auf die bevorstehende Klimakatastrophe aufmerksam zu machen und die Politik aufzufordern etwas dagegen zu unternehmen. Allein in Deutschland sind in 500 Städten Menschen auf die Straße gegangen. Weltweit sind Menschen aus 157 Ländern dem Aufruf gefolgt. Die Präsenz der Menschen zeigt, dass wir eine schnelle und effektive Lösung zur Bewältigung des Klimawandels brauchen!

Klimastreik in Braunschweig

Auch Braunschweig ist dem Aufruf zum 4. globalen Klimastreik gefolgt. Trotz anfänglich schlechten Wetters nahmen circa 4.000 Braunschweiger*innen am globalen Klimastreik teil. Die Braunschweiger*innen haben damit ein Zeichen für mehr Klimaschutz gesetzt. Neben Gewerkschaften und gesellschaftlichen Organisationen waren vor allem viele Privatpersonen allen Alters anwesend. Man war sich einig, dass diese Welt für die nachfolgenden Generationen immer noch bewohnbar bleiben muss.

Die Demonstration begann mit verschiedene Reden, sowie einen Musikbeitrag. Zusammen mit Chormitgliedern des TU-Chors und der Jugendkantorei Braunschweig sangen wir das Klimalied „Do it Now!“, ganz nach dem Motto „Sing 4 Climate“.

Sing 4 Climate. Foto: Julia Kabel

Danach begann unser Demonstrationszug. Mit Sprüchen und Plakaten haben wir auf uns aufmerksam gemacht. Somit konnten wir viele Menschen erreichen und für einen Moment die gesamte Aufmerksamkeit auf den Klimaschutz lenken. Während dem Demonstrationszug gab es keinerlei Vorfälle, es war ein friedlicher Protest für mehr Klimagerechtigkeit.

In Anbetracht des AfD-Parteitags in Braunschweig, riefen wir in der letzten Rede zur Teilnahme an den Protesten des Bündnis gegen Rechts gegen die klimaleugnende Partei auf. Zum Demonstrationsende spielten Fabian Römer und seiner Band ein Konzert.

Fabian Römer und Band belohnten uns mit ihrer Musik. Foto: Julia Kabel

Der vierte globale Klimastreik in Braunschweig war für unsere Ortsgruppe ein voller Erfolg. Trotz des Wetters konnten wir viele Menschen bewegen. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen. Wir hatten eine erfolgreiche Demonstration und fordern die Bundesregierung und der UN weiterhin auf, ihrer Verantwort nachzukommen! Wir werden so lange weiter kämpfen bis die Ziele des Pariser Abkommens und das 1,5°C Ziel eingehalten werden!

Klimagerechtigkeit, jetzt!

Students for Future an der HBK übergeben Forderungen an Hochschulleitung

Die zuvor durch die Studierendenschaft der HBK auf einer Vollversammlung beschlossenen Klimaschutzziele wurden am 16. Dezember an die Hochschulleitung der HBK Braunschweig übergeben.

Der hauptberufliche Vizepräsident Rainer Heuer übernahm diesen Montag stellvertretend für das Präsidium die Forderungen der Studierendenschaft.

Sechs Studierende der Students for Future Braunschweig sprachen mit Herrn Heuer in einem einstündigen Treffen über mögliche Wege, die geforderten Klimaschutzziele zu realisieren. Die Gesprächsatmosphäre wurde von den Teilnehmenden als positiv und konstruktiv wahrgenommen.

Mitte Februar soll es ein erstes hochschulöffentliches Projekttreffen geben, an dem Lehrende, Studierende und Mitarbeiter*innen der HBK teilnehmen können. Ziel des Treffens wird sein, innerhalb der HBK eine geeignete Organisationsstruktur zu finden, die eine kontinuierliche Arbeit hin zu einer klimaneutralen Hochschule ermöglicht.

Filmpremiere & Podiumsdiskussion “2040: Wir retten die Welt!”

Am Mittwoch den 06. November 2019 fand im Anschluss an die Premiere des Dokumentarfilms “2040: Wir retten die Welt!” im Astor Filmtheater eine Podiumsdiskussion statt. An dieser war auch Steffen Schmädecker (Student des Umweltingeneurwesens, 23) von Fridays for Future Braunschweig beteiligt.

Auf seiner Suche findet Gameau bereits heute verfügbare Lösungen und Ansätze für ein gutes Leben auch im Jahr 2040: Neben Landwirtschaft, Verkehr und Energie war auch die Stärkung der Rechte der Frau und Bildung für alle Themen, die im Film behandelt wurden. Der Dokumentarfilm macht Hoffnung, aber er richtet auch einen Appell an den*die Zuschauer*in: Wir müssen endlich anfangen, Verantwortung zu übernehmen, neue Wege einzuschlagen und jetzt gemeinsam für eine bessere Welt zu arbeiten.

An der Podiumsdiskussion nahm neben Steffen auch der Umweltgutachter Dr. Ralf Utermöhlen, die Klimaschutzmangerin der Stadt Braunschweig Frau Borg- Jürging, Klimaschutzmanagerin der Stadt Braunschweig, Heiko Hilmer von der regionalen Energie- und Klimaschutzagentur e.V. und Julien Mounier Vorstandsmitglied von BS-Energy teil. Die Fragen stellte Ann-Claire Richter von der Brausnchweiger Zeitung.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Klimawandel menschgemacht ist und wir nun agieren müssen, damit katastrophale Auswirkungen verhindert werden können. Zuerst drehten sich die Fragestellungen rund um den Inhalt des Films. Daran anschließend wurde die Diskussion auch für Fragen aus dem Publikum geöffnet. Wenn auf nationaler Ebene nicht genügend für den Klimaschutz und damit Klimagerechtigkeit getan wird, dann müssen Städte, Kommunen und Institutionen selbst anfangen, Klimaschutz ambitionierter anzugehen, als dies die Bundesregierung tut. BS|ENERGY will zum Beispiel bis Dezember 2022 endgültig aus der Kohleenergie aussteigen – 16 Jahre bevor das die Bundesregierung fordert.

Aus dem Publikum wurde die Forderung nach Umrüstung der städtischen Fahrzeuge auf E-Mobilität, an die Klimaschutzmanagerin der Stadt Braunschweig herangetragen – was tatsächlich auch ein Punkt aus unserem Forderungspapier an die Stadt war.

Seit dem globalen Streik am 20. September und der Zusammenarbeit mit Gewerkschaften möchte Fridays for Future nicht mehr nur noch ein Streik junger Menschen sein, sondern alle gesellschaftlichen Gruppen, die für mehr Klimaschutz einstehen wollen, miteinladen, den Druck auf die Politik weiter zu erhöhen. Wir müssen weiter ungemütlich bleiben, denn das Klimapäckchen der Bundesregierung führt dazu, dass wir das 1,5°C-Grad Ziel verfehlen!

Wir sehen uns auf der nächsten Demo!

Students for Future – Erstes Treffen der AG Nachhaltigkeit der TU Braunschweig am 28.10.2019

Die neugegründete AG Nachhaltigkeit

Infolge der studentischen Vollversammlung der TU Braunschweig zum Thema Klimaschutz am 11.07.2019 ist nun eine „AG Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen worden, die die Schnittstelle zwischen Präsidium der TU, Lehrenden, Forschenden und Studierenden darstellt und auch von solchen besetzt ist. Dort sollen nun die Forderungen der Studierenden möglichst vollständig und zeitnah umgesetzt werden. Unter die Forderungen fallen u.A. Klimaneutralität der TU bis 2030 unter Berücksichtigung verschiedenster CO2-Quellen, Überwachung des Energieverbrauchs / der -effizienz, Verringerung des Papierverbrauchs, Einrichtung von Lehrveranstaltungen und vieles mehr.

Rückblick: Die außerordentliche Vollversammlung der Studierendenschaft am 11.07.2019

Es ist bereits vor Gründung der AG eine Vorlesungsreihe zum Klimaschutz ins Leben gerufen worden, in der jede Woche Fachleute ihres Gebiets das komplexe Thema Klimawandel für den Laien aufarbeiten, näher beleuchten und Bewusstsein schaffen. Sie findet wöchentlich von 18:30 – 20:00 Uhr im Altgebäude der TU (Meist in SN 19.1, seltener in PK4.7; Aushänge/Sharepics beachten!) statt. Kommt vorbei und erzählt es weiter!

Um möglichst schnell voranzukommen, sind zweiwöchentliche Sitzungen und die Schaffung von Unter-AGs geplant. Bisher hat die sog. Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Interesse bekundet. Sie stellt z.B. die Schnittstelle zwischen Universität und Politik dar.

Die Students for Future der TU sind auch in der AG vertreten und geben ihr Bestes, um eine zügige und erfolgreiche Umsetzung zu erzielen!

Geschrieben von Magnus Lenger, Students for Future Braunschweig

Klimawandel stoppen reicht nicht um die Welt zu retten! We have a plastic planet!

Gastbeitrag von Franziska Krebs, 37 , Angestellte im Büro.

(Symbolbild) Bild von bilyjan auf Pixabay

Nachdem der Klimawandel und Fridays for Future große Wellen geschlagen haben, wird man im Fernsehen mit Umweltthemen nur so erschlagen.
Man weiß gar nicht was man zuerst anschauen soll. So viele Sender machen mit. ProSieben zeigt das Special Green seven. Der WDR bringt regelmäßig über Quarks und andere Sendungen wichtige Umweltthemen auf den Tisch und 3sat und ARD alpha könnte man an manchen Tagen bis 12 Uhr nachts gucken  um sich zu informieren.
Da geht es um Energiewende, Reduzierung von Plastik,  Verschwendung von Lebensmitteln  und in der nächsten wieder um unser Konsumverhalten bei Kleidung, mit dem wir in den Produktionsländern die Flüsse und Meere verschmutzen. Ein Thema schlimmer als das andere!

Ich habe schon vor einiger Zeit angefangen mich näher mit dem Thema Plastik zu beschäftigen. Alles begann vor über einem Jahr in einer Facebook Gruppe, in der ich mir diverse Tipps holte, wie man Plastik reduzieren und im Alltag vermeiden kann.

Wer sich länger mit dem Thema beschäftigt, stellt schnell fest, dass viele Unternehmen Greenwashing betreiben. Also Alternativprodukte zur Verfügung stellen, die erst einmal umweltfreundlich aussehen, es aber nicht sind.
Man muss verdammt aufpassen, dass man vor lauter Plastikpanik nicht alles sofort in den Müll katapultiert, sondern nachhaltig mit den bereits vorhandenen Sachen umgeht!
Es werden Produkte präsentiert die zwar nicht in Plastik eingepackt sind, dafür aber eine sehr hohe CO2 Bilanz haben. (z. B. Soja- und Mandelmilch oder Zahnbürsten aus Bambus) Die Inhaltsstoffe sind bis zum Verkauf des Produkts einmal um die halbe Welt gereist!

Aber spätestens nach dem Jenke Experiment, welches dieses Jahr im Fernsehen gezeigt wurde, ist mir tatsächlich klar wie schlimm Plastik tatsächlich ist und das wir in einer Wegwerfgesellschaft leben, die es so nie hätte geben dürfen.

Das Experiment beschäftigt sich nicht nur damit Plastik zu reduzieren, sondern auch mit den Stoffen die es in unsere Nahrung abgibt und die wir täglich mitessen!
Meist ohne davon auch nur etwas zu ahnen.

Mit den Weichmachern und diversen Mikropartikeln kommen wir pro Woche auf eine kreditkartengroße Menge, die wir über unser Essen und über die Luft aufnehmen.
Mmh…yummy!
Luft? Ja tatsächlich Luft! Auch Hausstaub enthält durch die Teppiche und Kleidung winzig kleine Partikel von synthetischen Fasern, die man entweder einatmet oder über das Trinkwasser zu sich nimmt.
Diese Kleinstpartikel können nicht mehr aus dem Wasser herausgefiltert werden.

Was dabei am schockierendsten ist, dass wir nicht einmal Babys davor schützen können. Es fängt mit den Nuckeln an, geht weiter über das Kinder-Plastikspielzeug, Brotdosen und später über die in Plastik verpackten Lebensmittel. (Käse, Wurst, Joghurt,…) Besonders fetthaltige Lebensmittel wie z. B. Kokosöl nehmen schnell Weichmacher auf. Selbst Dosen, von denen man denkt sie seien harmlos, werden von innen mit Plastik beschichtet.

Auch die Kosmetika werden im Experiment nicht ausgelassen. Peeling, Cremes, Duschgel, Shampoo,… überall sind Mikropartikel von Plastik und Weichmacher bzw. Flüssigteile von Plastik enthalten und gelangen so nicht nur in unsere Abwässer sondern auch direkt auf unsere Haut und in unseren Körper.
Wer seine Kosmetik auf die Inhaltsstoffe testen will, kann u.a. die App CodeCheck verwenden.

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass wir diese Mikropartikel nicht mehr aus dem Abwasser fischen können! Diese Produkte können auch Krebs verursachen!
Unsere Haut ist das größte Organ das wir haben und die meisten von uns belasten es täglich unwissentlich mit Weichmachern und Mikroplastik. Schon in der Hälfte der Zeit des Experiments wird Jenke über das Krankenhaus informiert dass sich seine Werte drastisch erhöht haben!

In der Doku werden nicht nur Jenkes Blutwerte analysiert, sondern auch gezeigt wohin unser Plastik „recycelt“ wird. Bisher ging der größte Teil an China und gilt damit in Deutschland als recycelt.

Dass dies in keinem Fall so ist wird in Aufnahmen und Bildern gezeigt, in denen Menschen in diversen Städten im Müll versinken oder direkt darauf wohnen! Nur ein winziger Teil des Abfalls kann wiederverwertet werden.

Auch Urlaubsziele wie die Malediven kommen nicht gut weg. Was dem Urlauber meistens verborgen bleibt ist die Verpackung des Essen, die bis zum Hotel benötigt wird. Es gibt tatsächlich eine Müllinsel auf der pro Woche über 750 Tonnen Müll angeliefert und verbrannt werden. Die dortigen Arbeitskräfte kommen kaum hinterher.

Solltet ihr die Doku noch nicht gesehen haben, schaut sie euch unbedingt an und zeigt sie denjenigen, die immer noch nicht verstanden haben, dass wir ein ernstes Problem mit Müll haben.

Wem die Sendung noch zu wenige Infos enthält kann sich auch den Film „A plastic ocean“ kaufen.
Der Film ist allerdings etwas für die ganz Harten und sollte nicht zu kleinen Kindern gezeigt werden. Bitte beachtet die FSK Regelungen. Zur Zeit ist der Film auf DVD leider nur auf Englisch ohne deutsche Untertitel erhältlich

Alles in allem fühlt man sich dem Problem gegenüber ziemlich hilflos. Das meiste sollte eigentlich von der Politik geregelt werden! Da kommt aber gerade wenig bis gar nichts.
Aber wir als Verbraucher haben auch eine Chance. Wer sich engagieren möchte kann dies über diverse Organisationen tun. Sea Shepherd ist eine dieser Organisationen die sich um die Verunreinigungen in den Meeren kümmert.

Am schwersten ist es bei sich selbst anzufangen und so weit wie möglich auf umweltfreundlich umzustellen. Jeder denkt erst einmal: Ach das kleine bisschen ist nicht schlimm.
Mir hat es sehr geholfen mein eigenes Verhalten zu Plastik und diversen anderen Dingen zu multiplizieren und auf die ungefähre Einwohnerzahl von Deutschland umzurechnen. So merkt man recht schnell wie viel Schwachsinn man macht und welche Auswirkungen es haben kann.

Wenn immer mehr Menschen sich darauf konzentrieren weniger Müll zu produzieren, kommt das auch bei den Herstellern an. Die Schritte der Veränderungen sind klein, aber aufgeben ist keine Option!

Irgendwann werden hoffentlich auch wir ein Gesetz haben was Mikroplastik in Kosmetika verbietet und Recycling und einen Ersatz für Plastik bei Lebensmittelverpackungen vorschreibt.

Handelt nachhaltig, wertschätzt das was ihr habt und informiert so viele Leute wie ihr könnt!
Lasst Euch nicht unterkriegen und kämpft für euren Planeten und eure Zukunft!

Links:
Das Jenke Experiment:
https://www.tvnow.de/shows/das-jenke-experiment-2243/2019-09/episode-1-das-plastik-in-mir-wie-der-muell-uns-krank-macht-1758900

A plastic ocean:
Verfügbar auf Netflix

Trailer
https://youtu.be/6zrn4-FfbXw

Die Klimakrise wartet nicht bis dein Bachelor fertig ist.

Den Beginn des neuen Wintersemesters nahm Fridays for Future Braunschweig zum Anlass, um gezielt Studierende – insbesondere Erstsemester – für den Klimastreik zu mobilisieren. Im Vorfeld wurde während verschiedenster Einführungsveranstaltungen für Erstsemester durch Students for Future darüber informiert, auf welche Weisen Engagement in der Bewegung möglich ist und zur Teilnahme an den Demonstrationen aufgerufen. Zwei Zubringerdemos, welche an der Hochschule für Bildende Künste und an der Technischen Universität starteten, erleichterte Studierenden die Beteiligung am Streik und ermöglichte darüber hinaus den Austausch und die Vernetzung zwischen Erstis und Studierenden höherer Semester, die gemeinsam für eine gerechte Klimapolitik kämpfen wollen.

Die Demo begann 12 Uhr auf dem Schlossplatz mit einem Redebeitrag von Lea Raab. Die KunstLehramtsstudentin drückte vor allem ihre Enttäuschung und Frustration über das am 20.09. veröffentlichte Klimapaket aus: „Mich macht es so wütend, dass das Paket als Erfolg gefeiert wird, obwohl jeder zweite Deutsche erkennt, dass das Klimapaket nicht ausreicht. Wir erreichen damit nicht unsere Ziele! Und unsere Zukunft steht immer noch auf dem Spiel. Manchmal frage ich mich: Schaffen wir es noch, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen?“, beteurte jedoch im folgenden wie wichtig es ist, weiterhin zu streiken, sich zu solidarisieren und neuen Mut zu fassen: „Wer von euch verzichtet auf Fleisch wegen der hohen Emissionen? Wer fährt mit dem Rad zur Schule, zur Uni oder zur Arbeit? Wer bezieht Strom aus erneuerbaren Energien? Wer ist bei einer grünen Bank? Das alles können wir tun, aber es braucht dennoch politsche Maßnahmen! System Change not Climate Change, denn wir schaffen es nicht alleine!“

Im Namen der Scientists for Future Braunschweig hielt Prof. Dr. Ulrike Krewer eine Rede, in der sie beschrieb, wie die Ereignisse während ihrer Schulzeit in der 90er Jahren sie bereits früh in ihrem wissenschaftlichen und politischen Handeln motivierten. Krewer ist Professorin für Energie- und Systemverfahrenstechnik an der TU Braunschweig und forscht seit 18 Jahren an Brennstoffzellen, Batterien und weiteren chemischen Energiespeichern. Im Gegensatz zur Anti-Atom-Bewegung, die sie selbst miterlebte, umfasst das Ziel, den menschengemachten Klimawandel einzudämmen deutlich mehr Lebensbereiche und ist somit auch kraftaufwändiger. Deswegen ist jeder Einzelne dazu aufgefordert, etwas zu unternehmen. „Wir müssen viel mehr in unserem Leben und unserer Gesellschaft ändern als zum Beispiel beim Verzicht auf Kernenergie. Das betrifft die Politik, die Wirtschaft und jeden von euch und uns!“

Den abschließenden Redebeitrag bildete das Bündnis „Rise up for Rojava“. In der Woche zuvor hatte die Türkei eine militärische Offensive gegen die unter kurdischer Selbstverwaltung stehende Region Rojava in Nordsyrien angekündigt. Dadurch ist das einzigartige System Rojavas, welches auf Basisdemokratie, Ökologie und Frauenbefreiung fußt in großer Gefahr. Die Ortsgruppe Fridays for Future Quamishli, der Hauptstadt Rojavas, forderte dazu auf, sich mit den Aktivist*innen in Westsyrien zu solidarisieren. Fridays for Future Braunschweig positioniert sich eindeutig für den Schutz der selbstverwalteten Gebiete und gegen jegliche Form militärischer Aggression.

Die Demoroute planten wir in dieser Woche bewusst barrierefrei. Etwa eine Stunde lang zogen wir mit ungefähr 400 Menschen durch die Innenstadt und beendeten die Demonstration wie immer auf dem Schlossplatz. Und werden dort auch wieder beginnen:

See you on the streets am 1. November, 12 Uhr, Schlossplatz!

Klimawoche Braunschweig – Tag 8

Dieser Beitrag ist ein Work-In-Progress. Fehlende Erfahrungsbericht werden noch nachgetragen!

Kritik an der Konsumkritik

Zum Thema “Kritik an der Konsumkritik” hielten zwei Falk*innen aus Göttingen am letzten Tag der Climate Week um 18.30 Uhr einen Vortrag im SUB: Durch einen veränderten Konsum die Gesellschaft verändern zu wollen, würde nicht zum gewünschten Gesellschafts- und Produktionswandel führen. Der Mechanismus von Angebot und Nachfrage stellt nur einen marginalen Spielraum dar. Wenn zum Beispiel der Fleischkonsum in Deutschland zurückgeht, führt das tatsächlich nicht zu weniger Tierproduktion, sondern mehr Tierfabriken werden gebaut, der Export steigt an und andere Märkte werden bedient.

Es müsse also weniger bei der konsumierenden Person angesetzt werden, sondern direkt bei den Produzent*innen und an der Produktionsweise. Die Schuld oder Verantwortung auf das einzelne Individuum abzuwälzen ist daher keine sinnvolle Strategie. Es müssen politische Entscheidungen getroffen werden und die Wirtschaft demokratisiert!

Klimawoche Braunschweig – Tag 7

Dieser Blogeintrag ist ein Work-In-Progress. Weitere Erfahrungsberichte werden nachgetragen! ;-D

„Gesellschaft ohne Plastik?“ Vortrag von Greenpeace Braunschweig

Am 26. September lud der Seniorenkreis “Am Wasserturm” Dennis Zellmann von Greenpeace Braunschweig zu einem Vortrag zum Thema “Gesellschaft ohne Plastik” ein. Etwa 35 Interessierte, von der Schüler*in bis zur Senior*in, waren zum Vortrag mit anschließender Diskussion gekommen.

Zu Beginn erläuterte Zellmann, wie Erdöl entstanden ist und welche Vorteile Plastik bietet. Dann ging er auf die erschreckenden Zahlen der Kunststoffproduktion und die geringe weltweite Recycling-Quote ein: Seit 1950 wurden etwa 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert, wobei die Produktion weiterhin exponentiell wächst und global nicht einmal 10% recyclet wurden. Mikroplastik ist heute bereits in Böden, Luft, Gewässern, unserer Nahrungskette und auch unserem menschlichen Organismus angereichert.

Während Plastik aus einem endlichen fossilen Rohstoff – aus Erdöl – gefertigt wird, nutzen wir ihn und werfen ihn häufig einfach weg ohne ihn zu recyceln. Dieser Umgang mit Plastik zeigt exemplarisch wie der Mensch heutzutage mit endlichen Ressourcen umgeht.

Zum Schluss wies der Referent noch auf, was wir als Verbraucher tun können: refuse, reduce, re-use, repair, re-cycle and rot. (zu dt.: verweigern, reduzieren, wiederverwenden, reparieren, recyclen und verrotten lassen) . Andererseits gilt es an die Politik heranzutreten und Regularien zu fordern.

Nachhaltigkeitsparcour für Groß und Klein

Foto: Jonas Lenz

Mit einem Infostand zum Thema der Nachhaltigkeit in der Ernährung, der Energiegewinnung, der Mobilität und vielem mehr, haben die Parents for Future in der Innenstadt für Aufmerksamkeit gesorgt. Direkt beim Herantreten an den Stand gab es leckeres Obst und Informationen zum Verhältnis Mensch und Nutztier zu Wildtieren. Demnach sind nur 3 Prozent, in Kilogramm gerechnet, der Lebewesen auf der Erde Wildtiere, wie Giraffen etc.

Rundgang im JugendUmweltPark

Bereits seit 1993 gibt es den JugendUmweltPark in der Kreuzstraße. Trotz Nieselregen versammelten sich die rund 10-12 interessierte Besucher*innen. In der Mitte des 2300 Quadratmeter großen Gartens konnten sie zuerst ein aus recycelten Materialien selbst gebautes Lehmfachwerkhaus mit Dachbegrünung und Solarzellen bestaunen. Anschließend gab es eine Führung durch den Permakulturgarten. Durch die möglichst naturnahe Bewirtschaftung ist auf der anfangs recht überschaubar anmutenden Fläche der Anbau von unzähligen Nutzpflanzen möglich, die von den Besucher*innen auch probiert werden durften. Den Ausklang bildete ein nettes und informatives Gespräch über das Konzept der Permakultur.

Foto: Djubi Helmholtz

Vortrag zum Thema: „Auswirkungen der Abfallwirtschaft auf den Klimawandel – was können wir tun?“

In dem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke ging es um die Auswirkungen unserer Abfallwirtschaft auf unser Klima. Speziell informierte der Vortrag darüber, welche und wie viele Treibhausgase durch unsere Abfallwirtschaft verursacht werden.
Aus dem Vortrag ließen sich vorallem ableiten: Recycling ist gut, Müllvermeidung ist besser.
Am Schluss gab es noch eine erfreuliche Info. Nach dem die beiden Vorträge der Scientists for Future so viel Anklang fanden, wird in der Zukunft eine weitere Vortragsreihe geben. Sobald Näheres feststeht wird dies unter https://www.s4f-bs.org/ bekannt gegeben.

Besuch im Kunstverein. Führung durch die Fake Truth von Julia Phillips und die Frage nach nachhaltigerem Ausstellungsbetrieb.

Wir betreten den komplett mit Kieselsteinen bedeckter Boden der Remise des Kunstvereins. Witness I-III, nennt die Künstlerin Julia Phillips ihre Installation. Das gehen auf den Steinchen erzeugt ein Geräuschpegel, hält man an entsteht Ruhe und man ist unmittelbarer Bestandteil der Installation. Im Raum hängen an dezenten Seilen drei reduzierte menschliche Silhouetten aus Keramik. Der Ansatz des Hinterkopfes mit Hals und Schultern, zeigt den eigenen Abdruck der Künstlerin. Im Zentrum zwei von handgeformten Lungenflügel in rosafarbener Glasur. Im Kopf verbaute Vokalmikrofone nehmen Geräusche der Bewegung und der Stimmen auf und geben diese verzerrt zurück in den Raum. Die Keramikfiguren stellen Zeuge*innen dar, in Gruppe wie als Individuum. Für Gerechtigkeit einzustehen und die Macht der juristischen Möglichkeiten zu nutzen. Phillips setzt den Schwerpunkt auf Rassismus und Probleme des racial profiling, die eine neutrale objektive Verhandlungsbasis erschweren, es entstehen aber durchaus Parallelen zu unserem Kampf gegen das so scheinbare demokratische System. Denn wir alle sind Zeugen, Zeugen einer ohnmächtigen Regierung und denjenigen die bis jetzt glauben der Klimawandel wäre eine verzerrte Wahrheit.

Im Anschluss unserer kleinen Führung zu Phillips Arbeiten kommen wir ins Gespräch über Materialien. Nele Kaczmarek, einer der Kurator*innen, sieht das Problem bei jährlich ca. acht Ausstellungen und steht, unabhängig der Rahmenbedingungen, kritisch gegenüber Materialverschwendung. Aber wie können Ressourcen im gängigen Ausstellungsbetrieb sinnvoll genutzt werden? Viele Künstler*innen arbeiten bereits mit Materialien, die vor Ort sind, also quasi „regional“ und nutzen durchaus die Materialien, die von der letzten Ausstellung übriggeblieben sind. Im Falle der Arbeit von Phillips, die aus der USA anreiste, wird die Arbeit an ein anderes Museum in der Umgebung weitergereicht um den Aufwand des Transportes mehr als nur einmal aufzuwiegen. Kunst hat immer ein Mehrwert für die Kultur, aber wie kann dieser Mehrwert auch für unsere Umwelt erbracht werden? Es braucht definitiv mehr Ansätze für eine nachhaltige Ausstellungspraxis, natürlich auch in den Kunsthochschulen muss der Gebrauch von Plastik und giftigen Farben hinterfragt werden.

Kneipenabend ”System Change not Climate Change”

Vegan? Bringt dat überhaupt wat? Also zumindest auf den Klimawandel bezogen. Es scheint so einfach. Die Massen dazu bewegen sich klimafreundlich zu verhalten, und schwuppsdiwupps.. Klimawandel adee.

Doch so leicht ist es tatsächlich nicht. Und auch wenn beispielsweise vegane Ernährung, weniger Autofahren und weitere Einsparungen durchaus einen Effekt haben, steht dieser nicht im Verhältnis zu den Massen an Treibhausgasen die riesige Konzerne jedes Jahr ausstoßen. Diese profitieren von einer Politik, die den Raum für solche Klimaverbrechen ebnet. Und das schon seit es den Kapitalismus gibt. Dieser sorgte erst mit seinem Mythos des unendlichen Wachstums dafür, dass wir den Planeten in einem solchen katastrophalen Ausmaß ausgebeutet haben und dabei ökologische Interessen völlig vernachlässigten. Daher scheint es naheliegend auch die Systemfrage zu stellen und diese nicht im Widerspruch zu sehen, sondern sie als Teil des gleichen Problems zu betrachten. Mit dem Kapitalismus als Ursache und dem Klimawandel als Symptom.

Klimawoche Braunschweig – Tag 6

Dieser Blogbeitrag ist ein Work-In-Progress: Weitere Erfahrungsberichte werden noch nachgetragen! 😉

Klimaschutz mit Messer und Gabel

Mithilfe einer Silent Line hat die Regionalgruppe Braunschweig von ProVeg e. V. Passant*innen in der Innenstadt über die Zusammenhänge von Ernährung und Klimawandel aufgeklärt. Wer das Gespräch suchte, wurde am Infostand beraten. Trotz Regen blieben zahlreiche Passant*innen stehen und ließen die Texte auf sich wirken. Die Reaktionen reichten von ungläubigem Staunen bis hin zu Daumen-hoch-Gesten. Unser Eindruck war, dass dieser Aspekt des Klimawandels noch viel zuwenig Beachtung findet – zumal jeder Mensch hier unmittelbar tätig werden und seinen persönlichen Beitrag gegen die Erderwärmung leisten kann.

Foto: Dagmar Raspe

Kommunales-Wohnen – bezahlbar ist die halbe Miete

Vergangenen Mittwoch fand im Gewerkschaftshaus in der Wilhelmstraße der Vortrag „Kommunales-Wohnen – bezahlbar ist die halbe Miete“ statt. Was das ganze mit Klimaschutz zu tun hat erklärte Referent Andrej Holm: „Viele Einpersonenhaushalte müssen, da es zu wenig angemessene kleine Wohnungen gibt, auf eine große Fläche ausweichen, was sich negativ auf den ökologischen Fußabdruck auswirkt.“

Foto: Milena Lorenz

Larisa Tsvetkova ergänzte in ihrem Fachvortrag, dass seit 1989 die bewohnte Fläche pro Person bis 2018 um 12qm gestiegen seien. Als Wohnkonzepte stellte sie die Immovilien vor – Immobilien von vielen für viele. Gemeinsam verwaltete Wohngebäude bieten Wohn-, Gemeinschafts- und kommerziell nutzbare Flächen. Das Konzept ist ausgelegt auf Refinanzierung des Projektes, statt auf wirtschaftliche Interessen Einzelner. „Wir sollten nicht einfach hinnehmen, dass es normal ist mit Wohnraum Geld zu verdienen, genauso wie es nicht normal ist drei Tonnen Wertstoffe in Bewegung zu setzen nur um zur Arbeit zu kommen.“, sagte Larisa Tsvetkova Während der offenen Diskussionsrunde und bekam dafür großen Beifall.

Vortrag: wandel.WOHNPARK „community_autark“ – Tiny Houses Siedlung in Braunschweig

Foto: Djubi Helmholtz

In den Räumen der Regionalen Energie- und Klimaschutzargentur stellte Heiko Hillmer das Projekt wandel.WOHNPARK „community_autark“ vor. Im Raum Braunschweig soll in den nächsten Jahren eine Tiny House Siedlung entstehen. Der aus der Reduktion des eigenen Wohnraumes resultierende Minimalismus ist nicht nur Ressourcen schonend und somit klimafreundlich, sondern wird als Lebensqualität verstanden. „Jeder Mensch besitzt im Schnitt 15.000 Teile“, so Hillmers. Die finanziellen Kosten und der Zeitaufwand für derartigen materiellen Besitz würden in einem Tiny House wegfallen. Der Wohnpark wird als generationenübergreifendes, „community_autarkes“ Gemeinschaftsprojekt geplant. Das Projekt zeigt, dass ein für unseren Planeten so dringend notwendiger Wandel im Kleinen und mit der eigenen Haustür beginnen kann. Klimaschutz bedeutet nicht Verzicht und höhere Kosten, sondern im Gegenteil Gewinn.

Die nächste Konzeptvorstellung für Interessierte findet am 08.10. um 18 Uhr in der reka statt.

Das Unikino und Students for Future zeigen den Film „Tomorrow“

Bild: Etienne Neumann

Am Mittwoch präsentierten das Unikino der TU Braunschweig und Students for Future zusammen den Film „Tomorrow“. In dem Film werden verschiedenste Lösungsansätze zu den Themen Ernährung, Energie, Wirtschaft, Demokratie und Bildung aufgezeigt und Menschen porträtiert, die diese Ansätze bereits umgesetzt haben und davon profitieren. Die Hauptaussage der meisten Ansätze war: Kaufe regional ein. Das stärkt die heimische Wirtschaft und schont die Umwelt durch reduzierte Transportwege. Es müssen mehr Nahrungsmittel auf geringerem Raum angebaut werden. Dies ist umweltfreundlich, lukrativ und bildet die Basis einer wachsenden Erdbevölkerung. Erneuerbare Energien sind günstig und zeitgerecht. Basisdemokratie ist wichtig – die Macht muss vom Volke ausgehen. Und zuletzt wurde ein finnisches antiautoritäres Bildungssystem auf Augenhöhe beschrieben.

Es kamen zahlreiche Personen, die das Thema Nachhaltigkeit interessiert und wirkten sehr begeistert von dem Film. Diese Kooperation soll weiter aufrecht gehalten werden: Im kommenden Semester werden Students for Future und das Unikino regelmäßig mittwochs einen Film mit umweltrelevantem Hintergrund zeigen. Das Unikino selbst zeigt zusätzlich jeden Dienstag um 20 Uhr im Semester einen „ganz normalen“ Kinofilm zu einem fairen Preis von 2€ und zusätzlich 50 Cent für einen Semesterpass.

Vortrag zum Thema „Folgen des Klimawandels für Süßwasser-Ökosysteme“

Foto: Timo Schumann

In dem Vortrag informierte Prof. (apl.) Dr. Frank Suhling über die Auswirkungen des Klimawandel für Süßwasser Ökosysteme. Konkret beschäftigte sich der Vortrag damit was für Auswirkungen Klima und Wetter auf die Artenvielfalt in unseren Gewässern hat.

Als Süßwassergewässer werden im allgemeinen Seen, Flüsse, Bäche oder z.B. auch Moore bezeichnet. Sie dienen vor allem Insekten als Brut und Wachstumsstätte. Durch immer länger auftretende Dürreperioden beispielsweise sind diese Insekten vor allem in Ihrem Larfenstatium besonders bedroht.

Der Vortrag war gut besucht. Die Atmosphäre in dem „Kleingarten“, welcher im Innern des Theaters aufgebaut war, war angenehm.

Klimagerechtigkeit und Tierproduktion

Jeden Mittwochabend findet im SUB der “sozialisischen Jugend – die Falken” mit dem “Theorie und Theke”-Format ein Vortrag mit anschließender Diskussion statt. Anlässlich der Klimawoche Braunschweig, wurde dafür am 25.09. ein Referent der „Animal Climate Action“ eingeladen, um zum Thema “Klimagerechtigkeit und Tierproduktion” zu referieren. Dabei wurden Fakten genannt, als auch Handlungsalternativen dargelegt – wie zum Beispiel eine vegane Lebensweise und die Teilnahme an Demonstrationen gegen den Bau neuer Mastanlagen:

Die Tierproduktion ist für 14,5% der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Hauptquellen sind Landnutzungsänderungen, wie Trockenlegung von Mooren und Abholzung von Regenwald, um Weide- oder Anbaufläche für Futtermittel zu gewinnen, Gülle, die Verdauung von Wiederkäuern, die Futtermittelproduktion, als auch die Verarbeitung und der Transport von Tierprodukten.

Wenn alle Menschen sich vegan ernähren würden, könnten die klimaschädlichen Treibhausgase des Landwirtschaftssektors um 70% reduziert werden. Allerdings ändert eine vegane Ernährung nichts an dem internationalen Wettbewerb der Tierproduktionskonzerne: Obwohl die Nachfrage in Deutschland an Tierprodukten leicht sinkt, werden weiter Mastanlagen gebaut und billig produziete Tierprodukte ins Ausland exportiert.