Klimawoche Braunschweig – Tag 1

Foto: Timo Schumann

Die Klimawoche Braunschweig begann am 20. September mit dem größten Klimastreik, den Braunschweig wohl jemals gesehen hat. Achttausend Braunschweiger*innen jeden Alters demonstrierten für eine konsequentere Klimapolitik. (weiteres zum globalen Klimastreik in einem gesondertern Blogeintrag!)

Siegel für Umwelt und Menschenrechte – eine kritische Würdigung

Foto: Anna-Katharina Thiel

Bereits am Abend fand schon der nächste Programmpunkt statt: Ein Vortrag von Uwe Meier zum Thema Umwelt- und Menschenrechtssiegel. Zu diesem Programmpunkt kamen etwa 25 Interessierte im Gewerkschaftshaus zusammen.

Seit Anfang der 90er Jahre gibt es für Agrarprodukte aus Drittweltstaaten Menschenrechts- und Umweltsiegel, die auf freiwilliger Ebene an Produktionsbetriebe vergeben werden. Doch halten die Siegel, was sie uns, den Kunden, und auch dem Einzelhandel versprechen? Vortrag und Podiumsdiskussion von Uwe Meier.

Dr. Uwe Meier hat als erster Agrarwissenschaftler weltweit Siegel für sozial-faire und ökologische Produktion aufgebaut. Er war im Einsatz in Südamerika bei Blumengroßhändlern und in der Lebensmittelproduktion. Seine Bilanz der jetzigen Siegelvergabe und Zertifizierung fällt ernüchtert aus. Es fehlt vor allem an Transparenz und staatlicher Regulierung. Diese Punkte wurden auch in der anschließenden Diskussion intensiv diskutiert. Lösungsansätze finden sich in weiterer Aufklärung, ohne die Produzenten und Groß- und Einzelhändler aus der Verantwortung zu lassen. Nicht der Konsument ist der Verursacher von fehlgeleiteten Produktionsbedingungen. Ein hoffnungsgebender Ansatz ist das Lieferkettenkontrollgesetz.

Gottesdienst anlässlich der fairen Woche

In intimer Atmosphäre feierte die St. Magni Kirchengemeinde einen Gottesdienst anlässlich der Fairen Woche und dem Auftakt der Week of Climate in Braunschweig. Im Zentrum des Abends stand die Frage nach mehr Gerechtigkeit für Frauen aus Dritte Welt Ländern, die abhängig sind von Landwirtschaft und Handel.

Foto: Milena Lorenz

„Wenn meine Kleidungsstücke erzählen könnten, wo sie herkommen, würden meine Ohren dröhnen.”, sprach Myra Dedekind und gedachte den Frauen, die durch zu geringe Bezahlung ihren Lebensunterhalt nur unter größter körperlicher Anstrengung bestreiten können. Der Landesjugendpfarrer Lars Dedekind beendete den Gottesdienst mit den Worten: „Und wer möchte kann jetzt auch noch die Schokolade probieren“ und brachte jedem und jeder ein Stück fair gehandelte Schokolade.

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