Klimawandel stoppen reicht nicht um die Welt zu retten! We have a plastic planet!

Gastbeitrag von Franziska Krebs, 37 , Angestellte im Büro.

(Symbolbild) Bild von bilyjan auf Pixabay

Nachdem der Klimawandel und Fridays for Future große Wellen geschlagen haben, wird man im Fernsehen mit Umweltthemen nur so erschlagen.
Man weiß gar nicht was man zuerst anschauen soll. So viele Sender machen mit. ProSieben zeigt das Special Green seven. Der WDR bringt regelmäßig über Quarks und andere Sendungen wichtige Umweltthemen auf den Tisch und 3sat und ARD alpha könnte man an manchen Tagen bis 12 Uhr nachts gucken  um sich zu informieren.
Da geht es um Energiewende, Reduzierung von Plastik,  Verschwendung von Lebensmitteln  und in der nächsten wieder um unser Konsumverhalten bei Kleidung, mit dem wir in den Produktionsländern die Flüsse und Meere verschmutzen. Ein Thema schlimmer als das andere!

Ich habe schon vor einiger Zeit angefangen mich näher mit dem Thema Plastik zu beschäftigen. Alles begann vor über einem Jahr in einer Facebook Gruppe, in der ich mir diverse Tipps holte, wie man Plastik reduzieren und im Alltag vermeiden kann.

Wer sich länger mit dem Thema beschäftigt, stellt schnell fest, dass viele Unternehmen Greenwashing betreiben. Also Alternativprodukte zur Verfügung stellen, die erst einmal umweltfreundlich aussehen, es aber nicht sind.
Man muss verdammt aufpassen, dass man vor lauter Plastikpanik nicht alles sofort in den Müll katapultiert, sondern nachhaltig mit den bereits vorhandenen Sachen umgeht!
Es werden Produkte präsentiert die zwar nicht in Plastik eingepackt sind, dafür aber eine sehr hohe CO2 Bilanz haben. (z. B. Soja- und Mandelmilch oder Zahnbürsten aus Bambus) Die Inhaltsstoffe sind bis zum Verkauf des Produkts einmal um die halbe Welt gereist!

Aber spätestens nach dem Jenke Experiment, welches dieses Jahr im Fernsehen gezeigt wurde, ist mir tatsächlich klar wie schlimm Plastik tatsächlich ist und das wir in einer Wegwerfgesellschaft leben, die es so nie hätte geben dürfen.

Das Experiment beschäftigt sich nicht nur damit Plastik zu reduzieren, sondern auch mit den Stoffen die es in unsere Nahrung abgibt und die wir täglich mitessen!
Meist ohne davon auch nur etwas zu ahnen.

Mit den Weichmachern und diversen Mikropartikeln kommen wir pro Woche auf eine kreditkartengroße Menge, die wir über unser Essen und über die Luft aufnehmen.
Mmh…yummy!
Luft? Ja tatsächlich Luft! Auch Hausstaub enthält durch die Teppiche und Kleidung winzig kleine Partikel von synthetischen Fasern, die man entweder einatmet oder über das Trinkwasser zu sich nimmt.
Diese Kleinstpartikel können nicht mehr aus dem Wasser herausgefiltert werden.

Was dabei am schockierendsten ist, dass wir nicht einmal Babys davor schützen können. Es fängt mit den Nuckeln an, geht weiter über das Kinder-Plastikspielzeug, Brotdosen und später über die in Plastik verpackten Lebensmittel. (Käse, Wurst, Joghurt,…) Besonders fetthaltige Lebensmittel wie z. B. Kokosöl nehmen schnell Weichmacher auf. Selbst Dosen, von denen man denkt sie seien harmlos, werden von innen mit Plastik beschichtet.

Auch die Kosmetika werden im Experiment nicht ausgelassen. Peeling, Cremes, Duschgel, Shampoo,… überall sind Mikropartikel von Plastik und Weichmacher bzw. Flüssigteile von Plastik enthalten und gelangen so nicht nur in unsere Abwässer sondern auch direkt auf unsere Haut und in unseren Körper.
Wer seine Kosmetik auf die Inhaltsstoffe testen will, kann u.a. die App CodeCheck verwenden.

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass wir diese Mikropartikel nicht mehr aus dem Abwasser fischen können! Diese Produkte können auch Krebs verursachen!
Unsere Haut ist das größte Organ das wir haben und die meisten von uns belasten es täglich unwissentlich mit Weichmachern und Mikroplastik. Schon in der Hälfte der Zeit des Experiments wird Jenke über das Krankenhaus informiert dass sich seine Werte drastisch erhöht haben!

In der Doku werden nicht nur Jenkes Blutwerte analysiert, sondern auch gezeigt wohin unser Plastik „recycelt“ wird. Bisher ging der größte Teil an China und gilt damit in Deutschland als recycelt.

Dass dies in keinem Fall so ist wird in Aufnahmen und Bildern gezeigt, in denen Menschen in diversen Städten im Müll versinken oder direkt darauf wohnen! Nur ein winziger Teil des Abfalls kann wiederverwertet werden.

Auch Urlaubsziele wie die Malediven kommen nicht gut weg. Was dem Urlauber meistens verborgen bleibt ist die Verpackung des Essen, die bis zum Hotel benötigt wird. Es gibt tatsächlich eine Müllinsel auf der pro Woche über 750 Tonnen Müll angeliefert und verbrannt werden. Die dortigen Arbeitskräfte kommen kaum hinterher.

Solltet ihr die Doku noch nicht gesehen haben, schaut sie euch unbedingt an und zeigt sie denjenigen, die immer noch nicht verstanden haben, dass wir ein ernstes Problem mit Müll haben.

Wem die Sendung noch zu wenige Infos enthält kann sich auch den Film „A plastic ocean“ kaufen.
Der Film ist allerdings etwas für die ganz Harten und sollte nicht zu kleinen Kindern gezeigt werden. Bitte beachtet die FSK Regelungen. Zur Zeit ist der Film auf DVD leider nur auf Englisch ohne deutsche Untertitel erhältlich

Alles in allem fühlt man sich dem Problem gegenüber ziemlich hilflos. Das meiste sollte eigentlich von der Politik geregelt werden! Da kommt aber gerade wenig bis gar nichts.
Aber wir als Verbraucher haben auch eine Chance. Wer sich engagieren möchte kann dies über diverse Organisationen tun. Sea Shepherd ist eine dieser Organisationen die sich um die Verunreinigungen in den Meeren kümmert.

Am schwersten ist es bei sich selbst anzufangen und so weit wie möglich auf umweltfreundlich umzustellen. Jeder denkt erst einmal: Ach das kleine bisschen ist nicht schlimm.
Mir hat es sehr geholfen mein eigenes Verhalten zu Plastik und diversen anderen Dingen zu multiplizieren und auf die ungefähre Einwohnerzahl von Deutschland umzurechnen. So merkt man recht schnell wie viel Schwachsinn man macht und welche Auswirkungen es haben kann.

Wenn immer mehr Menschen sich darauf konzentrieren weniger Müll zu produzieren, kommt das auch bei den Herstellern an. Die Schritte der Veränderungen sind klein, aber aufgeben ist keine Option!

Irgendwann werden hoffentlich auch wir ein Gesetz haben was Mikroplastik in Kosmetika verbietet und Recycling und einen Ersatz für Plastik bei Lebensmittelverpackungen vorschreibt.

Handelt nachhaltig, wertschätzt das was ihr habt und informiert so viele Leute wie ihr könnt!
Lasst Euch nicht unterkriegen und kämpft für euren Planeten und eure Zukunft!

Links:
Das Jenke Experiment:
https://www.tvnow.de/shows/das-jenke-experiment-2243/2019-09/episode-1-das-plastik-in-mir-wie-der-muell-uns-krank-macht-1758900

A plastic ocean:
Verfügbar auf Netflix

Trailer
https://youtu.be/6zrn4-FfbXw

Die Klimakrise wartet nicht bis dein Bachelor fertig ist.

Den Beginn des neuen Wintersemesters nahm Fridays for Future Braunschweig zum Anlass, um gezielt Studierende – insbesondere Erstsemester – für den Klimastreik zu mobilisieren. Im Vorfeld wurde während verschiedenster Einführungsveranstaltungen für Erstsemester durch Students for Future darüber informiert, auf welche Weisen Engagement in der Bewegung möglich ist und zur Teilnahme an den Demonstrationen aufgerufen. Zwei Zubringerdemos, welche an der Hochschule für Bildende Künste und an der Technischen Universität starteten, erleichterte Studierenden die Beteiligung am Streik und ermöglichte darüber hinaus den Austausch und die Vernetzung zwischen Erstis und Studierenden höherer Semester, die gemeinsam für eine gerechte Klimapolitik kämpfen wollen.

Die Demo begann 12 Uhr auf dem Schlossplatz mit einem Redebeitrag von Lea Raab. Die KunstLehramtsstudentin drückte vor allem ihre Enttäuschung und Frustration über das am 20.09. veröffentlichte Klimapaket aus: „Mich macht es so wütend, dass das Paket als Erfolg gefeiert wird, obwohl jeder zweite Deutsche erkennt, dass das Klimapaket nicht ausreicht. Wir erreichen damit nicht unsere Ziele! Und unsere Zukunft steht immer noch auf dem Spiel. Manchmal frage ich mich: Schaffen wir es noch, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen?“, beteurte jedoch im folgenden wie wichtig es ist, weiterhin zu streiken, sich zu solidarisieren und neuen Mut zu fassen: „Wer von euch verzichtet auf Fleisch wegen der hohen Emissionen? Wer fährt mit dem Rad zur Schule, zur Uni oder zur Arbeit? Wer bezieht Strom aus erneuerbaren Energien? Wer ist bei einer grünen Bank? Das alles können wir tun, aber es braucht dennoch politsche Maßnahmen! System Change not Climate Change, denn wir schaffen es nicht alleine!“

Im Namen der Scientists for Future Braunschweig hielt Prof. Dr. Ulrike Krewer eine Rede, in der sie beschrieb, wie die Ereignisse während ihrer Schulzeit in der 90er Jahren sie bereits früh in ihrem wissenschaftlichen und politischen Handeln motivierten. Krewer ist Professorin für Energie- und Systemverfahrenstechnik an der TU Braunschweig und forscht seit 18 Jahren an Brennstoffzellen, Batterien und weiteren chemischen Energiespeichern. Im Gegensatz zur Anti-Atom-Bewegung, die sie selbst miterlebte, umfasst das Ziel, den menschengemachten Klimawandel einzudämmen deutlich mehr Lebensbereiche und ist somit auch kraftaufwändiger. Deswegen ist jeder Einzelne dazu aufgefordert, etwas zu unternehmen. „Wir müssen viel mehr in unserem Leben und unserer Gesellschaft ändern als zum Beispiel beim Verzicht auf Kernenergie. Das betrifft die Politik, die Wirtschaft und jeden von euch und uns!“

Den abschließenden Redebeitrag bildete das Bündnis „Rise up for Rojava“. In der Woche zuvor hatte die Türkei eine militärische Offensive gegen die unter kurdischer Selbstverwaltung stehende Region Rojava in Nordsyrien angekündigt. Dadurch ist das einzigartige System Rojavas, welches auf Basisdemokratie, Ökologie und Frauenbefreiung fußt in großer Gefahr. Die Ortsgruppe Fridays for Future Quamishli, der Hauptstadt Rojavas, forderte dazu auf, sich mit den Aktivist*innen in Westsyrien zu solidarisieren. Fridays for Future Braunschweig positioniert sich eindeutig für den Schutz der selbstverwalteten Gebiete und gegen jegliche Form militärischer Aggression.

Die Demoroute planten wir in dieser Woche bewusst barrierefrei. Etwa eine Stunde lang zogen wir mit ungefähr 400 Menschen durch die Innenstadt und beendeten die Demonstration wie immer auf dem Schlossplatz. Und werden dort auch wieder beginnen:

See you on the streets am 1. November, 12 Uhr, Schlossplatz!

Klimawoche Braunschweig – Tag 8

Dieser Beitrag ist ein Work-In-Progress. Fehlende Erfahrungsbericht werden noch nachgetragen!

Kritik an der Konsumkritik

Zum Thema “Kritik an der Konsumkritik” hielten zwei Falk*innen aus Göttingen am letzten Tag der Climate Week um 18.30 Uhr einen Vortrag im SUB: Durch einen veränderten Konsum die Gesellschaft verändern zu wollen, würde nicht zum gewünschten Gesellschafts- und Produktionswandel führen. Der Mechanismus von Angebot und Nachfrage stellt nur einen marginalen Spielraum dar. Wenn zum Beispiel der Fleischkonsum in Deutschland zurückgeht, führt das tatsächlich nicht zu weniger Tierproduktion, sondern mehr Tierfabriken werden gebaut, der Export steigt an und andere Märkte werden bedient.

Es müsse also weniger bei der konsumierenden Person angesetzt werden, sondern direkt bei den Produzent*innen und an der Produktionsweise. Die Schuld oder Verantwortung auf das einzelne Individuum abzuwälzen ist daher keine sinnvolle Strategie. Es müssen politische Entscheidungen getroffen werden und die Wirtschaft demokratisiert!

Klimawoche Braunschweig – Tag 7

Dieser Blogeintrag ist ein Work-In-Progress. Weitere Erfahrungsberichte werden nachgetragen! ;-D

„Gesellschaft ohne Plastik?“ Vortrag von Greenpeace Braunschweig

Am 26. September lud der Seniorenkreis “Am Wasserturm” Dennis Zellmann von Greenpeace Braunschweig zu einem Vortrag zum Thema “Gesellschaft ohne Plastik” ein. Etwa 35 Interessierte, von der Schüler*in bis zur Senior*in, waren zum Vortrag mit anschließender Diskussion gekommen.

Zu Beginn erläuterte Zellmann, wie Erdöl entstanden ist und welche Vorteile Plastik bietet. Dann ging er auf die erschreckenden Zahlen der Kunststoffproduktion und die geringe weltweite Recycling-Quote ein: Seit 1950 wurden etwa 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert, wobei die Produktion weiterhin exponentiell wächst und global nicht einmal 10% recyclet wurden. Mikroplastik ist heute bereits in Böden, Luft, Gewässern, unserer Nahrungskette und auch unserem menschlichen Organismus angereichert.

Während Plastik aus einem endlichen fossilen Rohstoff – aus Erdöl – gefertigt wird, nutzen wir ihn und werfen ihn häufig einfach weg ohne ihn zu recyceln. Dieser Umgang mit Plastik zeigt exemplarisch wie der Mensch heutzutage mit endlichen Ressourcen umgeht.

Zum Schluss wies der Referent noch auf, was wir als Verbraucher tun können: refuse, reduce, re-use, repair, re-cycle and rot. (zu dt.: verweigern, reduzieren, wiederverwenden, reparieren, recyclen und verrotten lassen) . Andererseits gilt es an die Politik heranzutreten und Regularien zu fordern.

Nachhaltigkeitsparcour für Groß und Klein

Foto: Jonas Lenz

Mit einem Infostand zum Thema der Nachhaltigkeit in der Ernährung, der Energiegewinnung, der Mobilität und vielem mehr, haben die Parents for Future in der Innenstadt für Aufmerksamkeit gesorgt. Direkt beim Herantreten an den Stand gab es leckeres Obst und Informationen zum Verhältnis Mensch und Nutztier zu Wildtieren. Demnach sind nur 3 Prozent, in Kilogramm gerechnet, der Lebewesen auf der Erde Wildtiere, wie Giraffen etc.

Rundgang im JugendUmweltPark

Bereits seit 1993 gibt es den JugendUmweltPark in der Kreuzstraße. Trotz Nieselregen versammelten sich die rund 10-12 interessierte Besucher*innen. In der Mitte des 2300 Quadratmeter großen Gartens konnten sie zuerst ein aus recycelten Materialien selbst gebautes Lehmfachwerkhaus mit Dachbegrünung und Solarzellen bestaunen. Anschließend gab es eine Führung durch den Permakulturgarten. Durch die möglichst naturnahe Bewirtschaftung ist auf der anfangs recht überschaubar anmutenden Fläche der Anbau von unzähligen Nutzpflanzen möglich, die von den Besucher*innen auch probiert werden durften. Den Ausklang bildete ein nettes und informatives Gespräch über das Konzept der Permakultur.

Foto: Djubi Helmholtz

Vortrag zum Thema: „Auswirkungen der Abfallwirtschaft auf den Klimawandel – was können wir tun?“

In dem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke ging es um die Auswirkungen unserer Abfallwirtschaft auf unser Klima. Speziell informierte der Vortrag darüber, welche und wie viele Treibhausgase durch unsere Abfallwirtschaft verursacht werden.
Aus dem Vortrag ließen sich vorallem ableiten: Recycling ist gut, Müllvermeidung ist besser.
Am Schluss gab es noch eine erfreuliche Info. Nach dem die beiden Vorträge der Scientists for Future so viel Anklang fanden, wird in der Zukunft eine weitere Vortragsreihe geben. Sobald Näheres feststeht wird dies unter https://www.s4f-bs.org/ bekannt gegeben.

Besuch im Kunstverein. Führung durch die Fake Truth von Julia Phillips und die Frage nach nachhaltigerem Ausstellungsbetrieb.

Wir betreten den komplett mit Kieselsteinen bedeckter Boden der Remise des Kunstvereins. Witness I-III, nennt die Künstlerin Julia Phillips ihre Installation. Das gehen auf den Steinchen erzeugt ein Geräuschpegel, hält man an entsteht Ruhe und man ist unmittelbarer Bestandteil der Installation. Im Raum hängen an dezenten Seilen drei reduzierte menschliche Silhouetten aus Keramik. Der Ansatz des Hinterkopfes mit Hals und Schultern, zeigt den eigenen Abdruck der Künstlerin. Im Zentrum zwei von handgeformten Lungenflügel in rosafarbener Glasur. Im Kopf verbaute Vokalmikrofone nehmen Geräusche der Bewegung und der Stimmen auf und geben diese verzerrt zurück in den Raum. Die Keramikfiguren stellen Zeuge*innen dar, in Gruppe wie als Individuum. Für Gerechtigkeit einzustehen und die Macht der juristischen Möglichkeiten zu nutzen. Phillips setzt den Schwerpunkt auf Rassismus und Probleme des racial profiling, die eine neutrale objektive Verhandlungsbasis erschweren, es entstehen aber durchaus Parallelen zu unserem Kampf gegen das so scheinbare demokratische System. Denn wir alle sind Zeugen, Zeugen einer ohnmächtigen Regierung und denjenigen die bis jetzt glauben der Klimawandel wäre eine verzerrte Wahrheit.

Im Anschluss unserer kleinen Führung zu Phillips Arbeiten kommen wir ins Gespräch über Materialien. Nele Kaczmarek, einer der Kurator*innen, sieht das Problem bei jährlich ca. acht Ausstellungen und steht, unabhängig der Rahmenbedingungen, kritisch gegenüber Materialverschwendung. Aber wie können Ressourcen im gängigen Ausstellungsbetrieb sinnvoll genutzt werden? Viele Künstler*innen arbeiten bereits mit Materialien, die vor Ort sind, also quasi „regional“ und nutzen durchaus die Materialien, die von der letzten Ausstellung übriggeblieben sind. Im Falle der Arbeit von Phillips, die aus der USA anreiste, wird die Arbeit an ein anderes Museum in der Umgebung weitergereicht um den Aufwand des Transportes mehr als nur einmal aufzuwiegen. Kunst hat immer ein Mehrwert für die Kultur, aber wie kann dieser Mehrwert auch für unsere Umwelt erbracht werden? Es braucht definitiv mehr Ansätze für eine nachhaltige Ausstellungspraxis, natürlich auch in den Kunsthochschulen muss der Gebrauch von Plastik und giftigen Farben hinterfragt werden.

Kneipenabend ”System Change not Climate Change”

Vegan? Bringt dat überhaupt wat? Also zumindest auf den Klimawandel bezogen. Es scheint so einfach. Die Massen dazu bewegen sich klimafreundlich zu verhalten, und schwuppsdiwupps.. Klimawandel adee.

Doch so leicht ist es tatsächlich nicht. Und auch wenn beispielsweise vegane Ernährung, weniger Autofahren und weitere Einsparungen durchaus einen Effekt haben, steht dieser nicht im Verhältnis zu den Massen an Treibhausgasen die riesige Konzerne jedes Jahr ausstoßen. Diese profitieren von einer Politik, die den Raum für solche Klimaverbrechen ebnet. Und das schon seit es den Kapitalismus gibt. Dieser sorgte erst mit seinem Mythos des unendlichen Wachstums dafür, dass wir den Planeten in einem solchen katastrophalen Ausmaß ausgebeutet haben und dabei ökologische Interessen völlig vernachlässigten. Daher scheint es naheliegend auch die Systemfrage zu stellen und diese nicht im Widerspruch zu sehen, sondern sie als Teil des gleichen Problems zu betrachten. Mit dem Kapitalismus als Ursache und dem Klimawandel als Symptom.

Klimawoche Braunschweig – Tag 6

Dieser Blogbeitrag ist ein Work-In-Progress: Weitere Erfahrungsberichte werden noch nachgetragen! 😉

Klimaschutz mit Messer und Gabel

Mithilfe einer Silent Line hat die Regionalgruppe Braunschweig von ProVeg e. V. Passant*innen in der Innenstadt über die Zusammenhänge von Ernährung und Klimawandel aufgeklärt. Wer das Gespräch suchte, wurde am Infostand beraten. Trotz Regen blieben zahlreiche Passant*innen stehen und ließen die Texte auf sich wirken. Die Reaktionen reichten von ungläubigem Staunen bis hin zu Daumen-hoch-Gesten. Unser Eindruck war, dass dieser Aspekt des Klimawandels noch viel zuwenig Beachtung findet – zumal jeder Mensch hier unmittelbar tätig werden und seinen persönlichen Beitrag gegen die Erderwärmung leisten kann.

Foto: Dagmar Raspe

Kommunales-Wohnen – bezahlbar ist die halbe Miete

Vergangenen Mittwoch fand im Gewerkschaftshaus in der Wilhelmstraße der Vortrag „Kommunales-Wohnen – bezahlbar ist die halbe Miete“ statt. Was das ganze mit Klimaschutz zu tun hat erklärte Referent Andrej Holm: „Viele Einpersonenhaushalte müssen, da es zu wenig angemessene kleine Wohnungen gibt, auf eine große Fläche ausweichen, was sich negativ auf den ökologischen Fußabdruck auswirkt.“

Foto: Milena Lorenz

Larisa Tsvetkova ergänzte in ihrem Fachvortrag, dass seit 1989 die bewohnte Fläche pro Person bis 2018 um 12qm gestiegen seien. Als Wohnkonzepte stellte sie die Immovilien vor – Immobilien von vielen für viele. Gemeinsam verwaltete Wohngebäude bieten Wohn-, Gemeinschafts- und kommerziell nutzbare Flächen. Das Konzept ist ausgelegt auf Refinanzierung des Projektes, statt auf wirtschaftliche Interessen Einzelner. „Wir sollten nicht einfach hinnehmen, dass es normal ist mit Wohnraum Geld zu verdienen, genauso wie es nicht normal ist drei Tonnen Wertstoffe in Bewegung zu setzen nur um zur Arbeit zu kommen.“, sagte Larisa Tsvetkova Während der offenen Diskussionsrunde und bekam dafür großen Beifall.

Vortrag: wandel.WOHNPARK „community_autark“ – Tiny Houses Siedlung in Braunschweig

Foto: Djubi Helmholtz

In den Räumen der Regionalen Energie- und Klimaschutzargentur stellte Heiko Hillmer das Projekt wandel.WOHNPARK „community_autark“ vor. Im Raum Braunschweig soll in den nächsten Jahren eine Tiny House Siedlung entstehen. Der aus der Reduktion des eigenen Wohnraumes resultierende Minimalismus ist nicht nur Ressourcen schonend und somit klimafreundlich, sondern wird als Lebensqualität verstanden. „Jeder Mensch besitzt im Schnitt 15.000 Teile“, so Hillmers. Die finanziellen Kosten und der Zeitaufwand für derartigen materiellen Besitz würden in einem Tiny House wegfallen. Der Wohnpark wird als generationenübergreifendes, „community_autarkes“ Gemeinschaftsprojekt geplant. Das Projekt zeigt, dass ein für unseren Planeten so dringend notwendiger Wandel im Kleinen und mit der eigenen Haustür beginnen kann. Klimaschutz bedeutet nicht Verzicht und höhere Kosten, sondern im Gegenteil Gewinn.

Die nächste Konzeptvorstellung für Interessierte findet am 08.10. um 18 Uhr in der reka statt.

Das Unikino und Students for Future zeigen den Film „Tomorrow“

Bild: Etienne Neumann

Am Mittwoch präsentierten das Unikino der TU Braunschweig und Students for Future zusammen den Film „Tomorrow“. In dem Film werden verschiedenste Lösungsansätze zu den Themen Ernährung, Energie, Wirtschaft, Demokratie und Bildung aufgezeigt und Menschen porträtiert, die diese Ansätze bereits umgesetzt haben und davon profitieren. Die Hauptaussage der meisten Ansätze war: Kaufe regional ein. Das stärkt die heimische Wirtschaft und schont die Umwelt durch reduzierte Transportwege. Es müssen mehr Nahrungsmittel auf geringerem Raum angebaut werden. Dies ist umweltfreundlich, lukrativ und bildet die Basis einer wachsenden Erdbevölkerung. Erneuerbare Energien sind günstig und zeitgerecht. Basisdemokratie ist wichtig – die Macht muss vom Volke ausgehen. Und zuletzt wurde ein finnisches antiautoritäres Bildungssystem auf Augenhöhe beschrieben.

Es kamen zahlreiche Personen, die das Thema Nachhaltigkeit interessiert und wirkten sehr begeistert von dem Film. Diese Kooperation soll weiter aufrecht gehalten werden: Im kommenden Semester werden Students for Future und das Unikino regelmäßig mittwochs einen Film mit umweltrelevantem Hintergrund zeigen. Das Unikino selbst zeigt zusätzlich jeden Dienstag um 20 Uhr im Semester einen „ganz normalen“ Kinofilm zu einem fairen Preis von 2€ und zusätzlich 50 Cent für einen Semesterpass.

Vortrag zum Thema „Folgen des Klimawandels für Süßwasser-Ökosysteme“

Foto: Timo Schumann

In dem Vortrag informierte Prof. (apl.) Dr. Frank Suhling über die Auswirkungen des Klimawandel für Süßwasser Ökosysteme. Konkret beschäftigte sich der Vortrag damit was für Auswirkungen Klima und Wetter auf die Artenvielfalt in unseren Gewässern hat.

Als Süßwassergewässer werden im allgemeinen Seen, Flüsse, Bäche oder z.B. auch Moore bezeichnet. Sie dienen vor allem Insekten als Brut und Wachstumsstätte. Durch immer länger auftretende Dürreperioden beispielsweise sind diese Insekten vor allem in Ihrem Larfenstatium besonders bedroht.

Der Vortrag war gut besucht. Die Atmosphäre in dem „Kleingarten“, welcher im Innern des Theaters aufgebaut war, war angenehm.

Klimagerechtigkeit und Tierproduktion

Jeden Mittwochabend findet im SUB der “sozialisischen Jugend – die Falken” mit dem “Theorie und Theke”-Format ein Vortrag mit anschließender Diskussion statt. Anlässlich der Klimawoche Braunschweig, wurde dafür am 25.09. ein Referent der „Animal Climate Action“ eingeladen, um zum Thema “Klimagerechtigkeit und Tierproduktion” zu referieren. Dabei wurden Fakten genannt, als auch Handlungsalternativen dargelegt – wie zum Beispiel eine vegane Lebensweise und die Teilnahme an Demonstrationen gegen den Bau neuer Mastanlagen:

Die Tierproduktion ist für 14,5% der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Hauptquellen sind Landnutzungsänderungen, wie Trockenlegung von Mooren und Abholzung von Regenwald, um Weide- oder Anbaufläche für Futtermittel zu gewinnen, Gülle, die Verdauung von Wiederkäuern, die Futtermittelproduktion, als auch die Verarbeitung und der Transport von Tierprodukten.

Wenn alle Menschen sich vegan ernähren würden, könnten die klimaschädlichen Treibhausgase des Landwirtschaftssektors um 70% reduziert werden. Allerdings ändert eine vegane Ernährung nichts an dem internationalen Wettbewerb der Tierproduktionskonzerne: Obwohl die Nachfrage in Deutschland an Tierprodukten leicht sinkt, werden weiter Mastanlagen gebaut und billig produziete Tierprodukte ins Ausland exportiert.

Klimawoche Braunschweig – Tag 5

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Kurzdemo mit Gehzeugen

Am Dienstag, den 24.09, ereignete sich von 16.30 Uhr bis etwa 17 Uhr ein etwas ungewöhnlicher Anblick auf Braunschweigs Straßen: Unter dem Motto “Städte für Menschen nicht für Autos” zog ein kleiner Demonstrationszug vom Umweltzentrum bis zum Schloss. Vorneweg gingen fünf Greenpeace-Aktivist*innen mit sogenannten Gehzeugen (siehe Bild). Diese visualisieren, wie viel Raum ein einziges Auto einnimmt, unabhängig davon ob dieses voll besetzt oder nur eine Person hinterm Steuer sitzt.

Quizrunde zum Thema Mobilität

Quizzrunde zum Thema Mobilität auf DEM Schlossplatz
Foto: Timo Schumann

Nachdem der Demozug den Schlossplatz erreichte baute Greenpeace Braunschweig dort eine Tafel mit Fragen zur Mobilität in Braunschweig auf. Jede*r war eingeladen zum Beispiel zu schätzen, wie viele Stunden Autofahrende pro Monat mit der Parkplatzsuche verbringen, oder wie viele Autos pro 100 Einwohner in Braunschweig unterwegs sind. Es war sehr eindrucksvoll wie viel Platz das Auto in der Stadt einnimmt!
Darüber hinaus konnte man sich über umweltfreundlichere und platzsparende Mobilität in der Stadt informieren.

Kritische Einordnung kapitalismusbejahender Umweltbewegungen

Am Dienstag den 24.09. wurde es voll in den Räumblichkeiten des SUB (Goslarsche Str. 20a). Zum Vortrag der Ökoscouts zum Thema “Kritische Einordnung kapitalismusbejahender Umweltbewegungen” waren viele Interessierte aus der Umweltbewegung als auch aus dem Linkspolitischen Kontext gekommen.

Hendrik von den Ökoscouts trug dabei eine sorgfältige Analyse von Umweltbewegungen vor und übte fundiert Kritik. Ein zentraler Kritikpunkt war, dass die Forderungen wie beispielsweise von Fridays for Future gestellt nur Symptombekämpfung seien. Die Ursache des menschgemachten Klimawandels – und vieler anderer sozialen Probelme – lägen in der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Daher müssten Forderungen wie eine Reduktion der Emissionen, Hand in Hand mit Systemkritik gehen.

Anschließend an den etwa einstündigen Vortrag brach rege Diskussion aus, in der nicht alle Fragen geklärt werden konnten, obwohl die letzten Diskussionsteilnehmer*innen erst um 23 Uhr gingen. Die Systemfrage brauche mehr intensive Theoriearbeit, dazu wurden unterschiedliche Bücher vorgestellt, als auch zu einem Lesekreis der Ökoscouts eingeladen, der Anfang November starten solle. Auch die “Sozialistische Jugend – Die Falken” bieten zu diesem Themenspektrum eine Vielzahl an Input.

Klimawoche Braunschweig – Tag 4

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Gemeinsam Upcycling-Demoschilder gestalten

Am vergangenen Montag wurde es kreativ beim Demoschilder Upcycling im Protohaus Makerspace: Für ein paar Stunden wurden die gesamten Spendenmaterialien und alte Kartons zusammen getragen und zu etwas Neuem upgecycelt. Mit einer riesigen Auswahl an Pinseln, Stiften, Farben und Nähzeug sowie genügend Arbeitsfläche konnte im Protohaus der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Gemeinsam wurde fleißig an Sprüchen und Motiven getüftelt, genäht, geklebt und gemalt. Heraus kamen kreative Botschaften für die kommenden Klimademos!

Das gute Leben heute – Was ist möglich in Zeiten der Klimakrise

Kein Stuhl blieb am vergangenen Montag Abend im K1 der Karlstraße 35 frei. Der Vortrag „ Das Gute Leben – Was ist möglich in Zeiten der Klimakrise?“ der Referentin Christa Dziallas traf offenbar den Puls der Zeit. Dieser wurde von Attac Braunschweig organisiert. Bei all den geforderten Klimaschutzmaßnahmen stellte sich für viele Vortragsbesuchende die Frage, wie es mit der sozialen Gerechtigkeit aussieht. Was tun, wenn Heizöl und Benzin teurer werden? Gerade Familien, die ein altes Grundstück auf dem Land geerbt hätten, seien sowohl auf Heizöl, als auch auf Benzin angewiesen, um ihre Wohnung zu heizen und zu ihrer Arbeit zu gelangen. Eben diese Familien könnten zu den wirtschaftlich Abgehängten gehören. Mittelständische und hohe Klassen bräuchten wenig Angst vor den Klimaschutzmaßnahmen haben. In einer anschließenden Diskussionsrunde tauschten sich die Interessierten über aktuell politische Maßnahmen aus. Wo liegt der Vor- und Nachteil einer Klimadividenden? Ist eine CO2 Steuer wirksam? Welche anderen Wege gibt es noch? „Wenn Erfolg sichtbar ist“, meint der 59-jährige Handwerker und Kaufmann Horst Baseniak, „führt dies zu einer positiven Resonanz in der Bevölkerung.“ Einig schienen sich alle in einem Punkt zu sein: Die Klimakrise ist ein Problem, dass es bald zu lösen gilt. In der Klimapolitik muss konkret etwas geschehen.

Film “Zeit für Utopien – Wir machen es anders.”

Transition Town veranstaltete am Montag einen Kinoabend im Roten Saal im Schloss. Nach einer kurzen Einführung tauchten die Besucher*innen in die gelebten Utopien der inspirierenden Dokumentation ein. Von energieeffizientem urbanen Wohnen in der Gemeinschaft über nachhaltige und faire Landwirtschaftskonzepte aus Korea bis hin zur Produktion des Fairfones wurden verschiedene Positivbeispiele portraitiert. Den Besucher*innen wurde deutlich, dass nachhaltiges Leben auch heute schon gelingen kann.

Klimawoche Braunschweig – Tag 3

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Apfeltag und Mundraubtour im Stadtgarten Bebelhof

Foto: Lea Raab

Im Stadtgarten Bebelhof drehte sich am Sonntag, den 22. September, alles um den Apfel: Das rollende Mostwerk ‘Most Wanted’ war zu Gast. Dort konnte man größere Mengen Äpfel zu haltbarem – da pasteurisiertem – Apfelsaft verarbeiten lassen. Außerdem gab es Apfelsortenbestimmung, Kinderangebote, als auch zwei Gartenführungen. Am Nachmittag startete eine Truppe von etwa 20 Teilnehmenden ihre Mundraubfahrradtour. Die geernteten Äpfel wurden dann gemeinsam gewaschen, geschnitten, zerhexelt und mit einer Handpresse ausgepresst. Jeder Teilnehmer/jede Teilnehmerin durfte sich dann seinen wirklich lecken frischen Apfelsaft mit nach Hause nehmen. Übrigens finden Mundraubfahrradtouren einmal im Monat statt, je nach Jahreszeit wird Unterschiedliches gesammelt.

Führung „Reiselust und Müßiggang. Von Landschaften, Wegen und Abwegen der Freizeitkultur“

Jürgen Nefzger, aus der Serie »Fluffy Clouds: Nogent-sur-Seine, Frankreich«, 2003, C-Print, Aludibond, Courtesy Galerie Françoise Paviot, Paris © Jürgen Nefzger

Die wöchentlich stattfinde Führung durch die Ausstellung „Reiselust und Müßiggang“ des Museums für Photographie beschäftigte sich diese Woche insbesondere mit den Auswirkungen der Verstädterung, der Globalisierung und des steigenden Leistungsdrucks auf unser Reise- und Freizeitverhalten. Anhand historischer und zeitgenössischer Urlaubsfotografien erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die Entwicklung des Reisens: von der Forschungs- und Bildungsreise, welche zu Beginn ein Privileg des Adels und des jungen Bürgertums war, bis zum heutigen Massentourismus, der zwar immer mehr Menschen das Reisen ermöglicht und erleichtert, dabei jedoch die Auswirkungen auf die Umwelt immer drastischer werden lässt.

Klimawoche Braunschweig – Tag 2

Dieser Blogbeitrag ist ein Work-In-Progress: Weitere Erfahrungsberichte werden noch nachgetragen! 😉

Zero Waste Workshop im JugendUmweltPark (Kreuzstraße 62)

Foto: Lea Raab

Am Samstag, den 21. September, fand im Rahmen der Klimawoche Braunschweig auch ein Zero Waste Workshop im JugendUmweltPark statt. Etwa 20 Interessierte fanden sich dazu im Permakulturgarten der Ökoscouts e.V. ein – darunter Zero-Waste-Neulinge, sowie alte Hasen.

Relativ schnell wurde klar, dass ‘Zero Waste’ – also gar keinen Müll zu verursachen – fast unmöglich ist, aber sich alle Anwesenden auf dem Weg der Müllreduzierung befinden. Nachdem schon ein relativ großes Vorwissen bestand, wurden Erfahrungen ausgetauscht, wie man relativ einfach Dinge durch plastikfreie Alternativen austauschen kann: beispielsweise Milch in Glasflaschen statt im Tetrapack, feste Seifenstücke statt Duschgels. Auch Erfahrungswerte und Rezepte, wie man einfach Pflanzenmilch oder Frischkäse selbst herstellen kann wurden geteilt.

Foto: Lea Raab

Anschließend stellten die Workshopteilnehmer*innen Ringelblumensalbe mit Blumen aus dem eigenen Garten her. Auch die Herstellung von Waschmittel, Deocreme und Spülmittel erprobten sie selbst. Für alle, die den JUP noch nicht kannten, gab es eine kleine Führung, durch den Garten, der seit 1993 besteht.

Praktische Naturschutzarbeit für den Klimaschutz und die Auswirkungen auf die regionale Artenvielfalt

Foto: FUN Hondelage

Das Angebot des Förderkreis Umwelt- und Naturschutz einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, wurde leider von keinem Fridays for Future Demonstranten angenommen. Wir hatten uns gut vorbereitet, viele einzusetzen zu können. Gottseidank konnten wir uns auf 10 junge und alte Mitglieder von unserem Verein verlassen, die sich jeden Samstag zur praktischen Natur- und Klimaschutzarbeit in Hondelage treffen .

Über eine zukünftige Unterstützung würden wir uns dennoch freuen. Einfach mal samstags um 09:00 Uhr zum Treff an der „Wilhelmshöhe 14“ vorbeischauen.

Parking Day

Foto: Nils Kramer

Es mag einigen beim Gehen oder Fahren durch die Stadt aufgefallen sein: Am Theater auf der Straße, wenn man aus der Innenstadt hinausfährt, war ein Halteverbot eingerichtet. Anstatt Autos standen auf den Parkplätzen viele Menschen, die diskutierten, philosophierten, bastelten, malten, sich informierten, sich einen Baum in der Stadt wünschen durften oder auch ihren CO2-Fußabdruck an einem Rechner bestimmten. Ganz schön viele Dinge, die nur auf der Fläche von ein paar Parkplätzen stattfanden. Die Aktion wurde von Students for Future und Fridays for Future organisiert, aber es waren auch der BUND, die BI Baumschutz und die Scientists for Future dabei. Es wurden viele angeregte Gespräche geführt – auch mit Menschen, die anderer Meinung waren als die jungen Organisatoren. Viele Argumente konnten sofort widerlegt oder bestätigt werden. Dies zeigt meiner Meinung nach, dass die jungen Demonstranten wirklich hinter ihrer Sache stehen.

Klima und die planetaren Grenzen

Ich bin Dr. med. Helmut Käss, Hausarzt i.R. und sprach am Samstag, den 21.09., 15.00-17:00 Uhr, im Rahmen der Klimawoche zum Thema „Klima und die planetaren Grenzen“ im Raum Ost der Brunsviga, Karlstr. 35. Frieden und Klima gehen Hand in Hand, damit beschäftigte sich dieser Workshop des Friedensbündnis und der IPPNWbs.

Notwendig ist eine Entscheidung für die Menschheit zwischen „Leben“ und „Untergang“ wegen dem Klima, wegen der planetaren Grenzen und wegen der Atomkriegsgefahr. Manifest von Russell und Einstein: „Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können?“

Für Lösungsangebote für die gegenwärtigen planetaren Krisen fand ich den Vortrag von Ernst Ulrich von Weizsäcker im Juni bei seinem 80. Geburtstag hervorragend, dessen Aussagen und dessen Bilder ich großteils verwendet habe.

Klimawoche Braunschweig – Tag 1

Foto: Timo Schumann

Die Klimawoche Braunschweig begann am 20. September mit dem größten Klimastreik, den Braunschweig wohl jemals gesehen hat. Achttausend Braunschweiger*innen jeden Alters demonstrierten für eine konsequentere Klimapolitik. (weiteres zum globalen Klimastreik in einem gesondertern Blogeintrag!)

Siegel für Umwelt und Menschenrechte – eine kritische Würdigung

Foto: Anna-Katharina Thiel

Bereits am Abend fand schon der nächste Programmpunkt statt: Ein Vortrag von Uwe Meier zum Thema Umwelt- und Menschenrechtssiegel. Zu diesem Programmpunkt kamen etwa 25 Interessierte im Gewerkschaftshaus zusammen.

Seit Anfang der 90er Jahre gibt es für Agrarprodukte aus Drittweltstaaten Menschenrechts- und Umweltsiegel, die auf freiwilliger Ebene an Produktionsbetriebe vergeben werden. Doch halten die Siegel, was sie uns, den Kunden, und auch dem Einzelhandel versprechen? Vortrag und Podiumsdiskussion von Uwe Meier.

Dr. Uwe Meier hat als erster Agrarwissenschaftler weltweit Siegel für sozial-faire und ökologische Produktion aufgebaut. Er war im Einsatz in Südamerika bei Blumengroßhändlern und in der Lebensmittelproduktion. Seine Bilanz der jetzigen Siegelvergabe und Zertifizierung fällt ernüchtert aus. Es fehlt vor allem an Transparenz und staatlicher Regulierung. Diese Punkte wurden auch in der anschließenden Diskussion intensiv diskutiert. Lösungsansätze finden sich in weiterer Aufklärung, ohne die Produzenten und Groß- und Einzelhändler aus der Verantwortung zu lassen. Nicht der Konsument ist der Verursacher von fehlgeleiteten Produktionsbedingungen. Ein hoffnungsgebender Ansatz ist das Lieferkettenkontrollgesetz.

Gottesdienst anlässlich der fairen Woche

In intimer Atmosphäre feierte die St. Magni Kirchengemeinde einen Gottesdienst anlässlich der Fairen Woche und dem Auftakt der Week of Climate in Braunschweig. Im Zentrum des Abends stand die Frage nach mehr Gerechtigkeit für Frauen aus Dritte Welt Ländern, die abhängig sind von Landwirtschaft und Handel.

Foto: Milena Lorenz

„Wenn meine Kleidungsstücke erzählen könnten, wo sie herkommen, würden meine Ohren dröhnen.”, sprach Myra Dedekind und gedachte den Frauen, die durch zu geringe Bezahlung ihren Lebensunterhalt nur unter größter körperlicher Anstrengung bestreiten können. Der Landesjugendpfarrer Lars Dedekind beendete den Gottesdienst mit den Worten: „Und wer möchte kann jetzt auch noch die Schokolade probieren“ und brachte jedem und jeder ein Stück fair gehandelte Schokolade.