#dannibleibt

Seit dem 10. November wird im Dannenröder Forst in Nordhessen polizeilich die Besetzung, die seit Oktober letzen Jahres besteht, geräumt und der Wald gerodet. Auch in den angrenzenden Wäldern, dem Herrenwald und dem Maulbacher Wald, werden Bäume gefällt. Doch was genau macht diese Wälder so besonders? 

Die Rodung des Dannenröder Forsts ist schon seit 40 Jahren im Gespräch. Grund ist der seit dem geplante Ausbau der Autobahn A49 zwischen Kassel und Gießen. Der Widerstand der ansässigen Bevölkerung gegen die Freilegung von über 90 Hektar Wald und über 200 Hektar Felder und Wiesen war von Anfang an groß.

Der „Danni“ ist ein etwa 250 Jahre alter, intakter Mischwald. Er ist ein Musterbeispiel für nachhaltige Forstwirtschaft, die Artenvielfalt ist dort besonders groß (unter anderem ist der Wald Heimat einer Kolonie vom Aussterben bedrohter Kammmolche). Unter dem Wald befindet sich ein Grundwasserkörper, der mehr als eine halbe Million Menschen im Rhein-Main-Gebiet mit Wasser versorgt. Sollte der Wald gerodet werden und die Autobahn wie geplant gebaut werden, ist dieses Wasserreservoir in Gefahr und damit auch die Versorgung der Menschen. 

Trotz all dem war am 10. November Tag X. Aktuell ist eine vierstellige Anzahl Polizist*innen im Danni im Einsatz, obwohl der Infektionsschutz kaum sichergestellt werden kann. Auch kam es bereits zu mehreren Unfällen, unter anderem stürzte eine Aktivistin von einem sogenannten Tripod, eine andere Person von einer Traverse, die von der Polizei gekappt wurde.Durch die Räumungen und Rodungen werden sowohl Aktivist*innen, als auch Polizist*innen unnötig gefährdet. 

Wir dürfen nicht an Planungsdinosauriern wie der A49 festhalten. Solche Pläne gewaltsam durchzusetzen, ist im Angesicht der Klimakrise unverantwortlich, besonders, wenn dafür der Verlust einer großen und wichtigen Waldfläche in Kauf genommen wird.

Wir brauchen keine neuen Autobahnen, wir brauchen den Ausbau bestehender Autobahnen nicht. Was wir brauchen, ist eine Verkehrswende, die den Ausbau von öffentlichem Nah- und Fernverkehr voran treibt. Motorisierter Individualverkehr ist nicht mehr tragbar. Daher unterstützt Fridays for Future vor Ort und bundesweit als Teil des breiten Wald-statt-Asphalt Bündnisses den Protest für den Erhalt des Dannenröder Forsts.


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